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Funktionsprinzip Vitovalor PT2 verunsichert

Hallo Experten,

 

Ich habe mir vor kurzem eine Vitovalor PT2 verkaufen lassen und bin nun etwas verunsichert was die Funktion angeht. Vom Verkäufer habe ich verstanden, die Brennstoffzelle macht das ganze heizen (Brauchwasser und Heizkreis) und das Brennwertgerät schaltet nur zu wenn die Brennstoffzelle nicht genug Wärmeleistung liefert. Diese Annahme wurde dadurch unterstützt das nur nach dem allgemeinen Gasverbrauch berechnet wurde und nicht nach dem Warmwasserbedarf.

 

Bei der Montage meine ich vom Monteur verstanden zu haben,

- dass das Brauchwasser von der Brennstoffzelle und bei Mehrbedarf vom Brennwertgerät beheizt wird,

-dass der Heizkreis nur vom Brennwertgerät beheizt wird. 

In dem Fall stell ich mir das dann so vor: 

PT2.png

Wir nutzen nun im Sommer scheinbar nicht so viel warm Wasser, dass die Brennstoffzelle ausreichend lange läuft. Außerdem ist der Heizkreis komplett abgeschaltet. In 2 Monaten ca. 90kWh +-10 produziert. Wenn ich Anlauf und Abschaltung ganz grob mit einrechne sind das 180 Stunden Betriebszeit also 12,5%. Das erscheint mir sehr wenig.

Sollte der Heizkreis auch durch Brennstoffzelle befeuert werden würde sie ja im Winter zu den Heizzeiten durchlaufen und somit die Prozentuale Betriebszeit erhöht werden.

 

Was davon ist nun richtig? Wenn das zutrifft was der Monteur gesagt hat, habe ich das Gerät unter völlig falschen Vorraussetzungen gekauft und sie würde sich wesentlich langsamer bezahlt machen.

 

Vielen Dank und schöne Grüße

 

1 AKZEPTIERTE LÖSUNG

Akzeptierte Lösungen

Hallo Nsodsi,

der hydraulische Aufbau der Vitovalor PT2 ist ein wenig komplexer. Hier sind drei separate Wasserkreisläufe integriert. Das Prospekt aus dem Dateianhang zeigt dir auf Seite 14 die interne Hydraulik auf. Hier wird der heizkreis- und trinkwasserseitige Kreis sowie der Systemtrennungskreis der Brennstoffzelle dargestellt. Ich weis nicht was dir erzählt wurde, aber im Vergleich zu einer herkömmlichen Anlage ist der Aufbau und die Regelfunktion schon ein wenig komplizierter.  😉 

Beste Grüße °ro

Lösung in ursprünglichem Beitrag anzeigen

65 ANTWORTEN 65
Hallo Nsodsi,

das Funktionsprinzip wurde hier schon öfter thematisiert. Der integrierte trinkwasserseitige Speichertower wird von Brennstoffzelle und Spitzenlastkessel versorgt. Bei größerem Warmwasserbedarf schaltet sich der Spitzenlastkessel zur Sicherstellung des WW-Sollwertes dazu. Bezüglich des Energiemanagements möchte ich dir ein paar Informationen aufzeigen.

Damit das Brennstoffzellenmodul starten kann, ist eine Mindestlaufzeit von 2 Stunden notwendig. Dies wird mittels Sensoren über den Warmwasserspeicher sichergestellt. Die Brennstoffzelle heizt vorrangig in den Heizkreis. Wenn die Rücklauftemperatur aus dem Heizkreis über 45°C steigt, wird die Wärme der Brennstoffzelle in den Trinkwasserspeicher geleitet. Sollte der Speicher vollständig geladen sein und die Rücklauftemperatur des Heizkreises weiterhin >45°C betragen, steigt die Temperatur der Brennstoffzelle über 50°C, was dann zur Abschaltung führt. Generell ist die Laufzeit der Brennstoffzelle immer abhängig von der Wärmeabnahme sowie der Einhaltung der Systemgrenzen. Dies ist in erster Linie vom Nutzerverhalten und dem Gebäude, also dem Wärmebedarf abhängig. Ist der Bedarf gedeckt, so wie es bei sommerlichen Temperaturen oft der Fall ist, wird halt weniger Strom produziert.

Beste Grüße °ro

Hallo Robin_Braun,
danke für deine ausführliche Antwort. Ich hoffe ich hab das nun richtig verstanden und nochmal meine Skizze entsprechend umgebaut. (Vermutlich fehlt noch eine Abkürzung für den Fall das der Heizbetrieb abgeschaltet ist). 

PT2 neu.png

Ist das so, wie ich mir das dann vorstellen kann? Das wäre dann genau so, wie ich es vom Verkäufer verstanden habe und somit genau das was ich haben wollte. 😄

Grüße

Hallo Nsodsi,

der hydraulische Aufbau der Vitovalor PT2 ist ein wenig komplexer. Hier sind drei separate Wasserkreisläufe integriert. Das Prospekt aus dem Dateianhang zeigt dir auf Seite 14 die interne Hydraulik auf. Hier wird der heizkreis- und trinkwasserseitige Kreis sowie der Systemtrennungskreis der Brennstoffzelle dargestellt. Ich weis nicht was dir erzählt wurde, aber im Vergleich zu einer herkömmlichen Anlage ist der Aufbau und die Regelfunktion schon ein wenig komplizierter.  😉 

Beste Grüße °ro

Lösung in ursprünglichem Beitrag anzeigen

Ja so ein Bild hat mir gefehlt. Dankeschön! Dann ist meine Skizze ja gar nicht sooo untreffend aber natürlich sehr stark vereinfacht 😄

Ich bin jedenfalls nun beruhigt und brauch nicht sauer auf den Verkäufer sein.

Noch was anderes oder soll ich dazu nen neuen Beitrag aufmachen?

Ich werde wahrscheinlich noch in ein einigen Räumen smarte Thermostatköpfe an die Heizkörper anbringen. Grund zumindest im Wohnzimmer wird der Thermostatkopf vom Sofa verdeckt und ein zusätzliches Raumthermostat nötig (vermutlich Homeatic IP oder gibt es da auch was von Viessmann? :P) Gibt es oder ist da was in Entwicklung damit die Heizung auch mit den Thermostatköpfen kommuniziert? Theoretisch kann damit ja ein Mehrwärmeverbrauch vorausgesehen werden und noch effektiver geheizt werden.
Hallo Nsodsi,

wenn es nur einen Heizkörper betrifft, der beeinträchtigt ist, reicht doch ein Thermostat mit Fernfühler und Kapillarrohr. In punkto smarte Thermostate haben wir ein paar Starter-Pakete zusammen mit unserem Partner wibutler im Angebot. Gerne kann dein Fachbetrieb den zuständigen Außendienstmitarbeiter darauf ansprechen.

Beste Grüße °ro
Hallo Robin_Braun!

Ich habe heute zufällig Deine Antwort zu diesem Thema gesehen und da ich seit Juli 2018 bei einem Endenergiebedarf von 177 kWh/(m²*a) in einem ZFH kaum Laufzeiten über 70% bekomme, möchte ich dieses Thema noch gerne etwas erweitern.

Es wäre übrigens schön, wenn diese Informationen, gerne auch noch etwas ausführlicher (Einhaltung der Systemgrenzen), in der Bedienungsanleitung stehen würden. Am besten mit eindeutig gekenntzeichneten Sensoren und deren Aufgabe.

Für mich ergeben die Aussagen
1. "Damit das Brennstoffzellenmodul starten kann, ist eine Mindestlaufzeit von 2 Stunden notwendig. Dies wird mittels Sensoren über den Warmwasserspeicher sichergestellt."
2. "Die Brennstoffzelle heizt vorrangig in den Heizkreis."
einen Widerspruch.

Ich gehe davon aus, dass die in der 1. Aussage angesprochenen Sensoren "WW-Speichertemperatur oben/unten" sind, welche auch über ViCare angezeigt werden. Aus dem deltaT dieser beiden Temperaturen und dem WW-Sollwert wird vermutlich die Laufzeit errechnet.

Wenn nun die BSZ auf Grund der Speicherwassertemperaturen startet, wird sie doch sicherlich zuerst den WW-Speicher bedienen. Damit ist doch die 2. Aussage nicht ganz korrekt.

Oder anders ausgedrückt.
Wenn Rücklauftemperatur < 45°C ist, warum startet die BSZ nicht, auch wenn das deltaT des Speichers noch nicht groß genug ist? Das müsste doch bei einer Vorrangigkeit des Heizkreises so sein. Denn auch aus der Außentemperatur und dem Sollwert Heizkreis müsste sich eine Mindestlaufzeit errechnen lassen.

Denn genau diese Vorrangigkeit vermisse ich an meiner Anlage. Vielleicht ist dies jetzt bei mir besser durch das Laufzeitoptimierungsupgrade. Leider konnte ich dies noch nicht ausreichend testen, da die BSZ aktuell mit Fehler C2F0 (F.303) steht.
Wo sitzt übrigesns dieser maßgebliche Rücklauftemperatursensor? Erfasst der die Rücklauftemperatur der BSZ oder des Heizkreises (hydraulische Weiche) oder ist es gar einer, der über ViCare nicht angezeigt wird?

Vielen Dank im Voraus für Deine detaillierte Rückmeldung.

Gruß
Loule
Hallo Loule,

der Warmwasserspeicher ist in punkto Brennstoffzellenfreigabe der Master bzw. die Führungsgröße. Sind die Temperaturen von Speichersensor "oben" und "unten" passend, d.h. eine Mindestlaufzeit von 2 Stunden sichergestellt, wird die Brennstoffzelle für den Start freigegeben. Der Speicher wurde als Führungsgröße ausgewählt, weil dadurch auch im Sommer bei weniger heizkreisseitiger Wärmeabnahme Laufzeiten realisiert werden können. Ein Wechsel der Führungsgröße auf den Heizkreis ist nicht möglich. Der Heizkreis wird immer als erstes versorgt, Voraussetzung ist aber eine heizkreisseitige Anforderung. Ist über den Heizkreise keine Wärmeabnahme möglich, wird auf den Warmwasserspeicher umgeschaltet. Der Rücklaufsensor sitzt vorne rechts über dem Speicher. Du musst einfach hinter dem Tower die rechte Rücklaufleitung in den Speicher verfolgen. Der Sensor im Speicher sitzt im senkrechten Stück vor dem Plattenwärmetauscher. In Bezug auf die beiden Speichersensoren gibt es kein festes Delta T. Zu berücksichtigen gilt, dass sich innerhalb des Speichers in Abhängigkeit von Warmwasserentnahme und dem Volumenstrom einer evtl. vorhandenen Zirkulationspumpe sehr unterschiedliche Schichtungen einstellen können. Die 2 Stunden Mindestlaufzeit werden zum Beispiel bei "Sensor oben 45°C" und "Sensor unten 40°C" erreicht. Ist der Speicher "Sensor oben 50°C" muss allerdings für die Freigabe der "Sensor unten 35°C" haben. Es ist zu kompliziert, detaillierter darauf einzugehen. Bezüglich des Fehlers C2F0 kontaktiere bitte deinen Fachbetrieb. Hier müsste Rücksprache mit dem Servicecenter gehalten werden, zumal der Techniker erst bei dir zu Hause war.

Beste Grüße °ro
Hallo Robin_Braun,

bei mir läuft die Vitovalor PT2 seit dem 28.11.19.
Ich habe die Beiträge oben interessiert verfolgt.

Zu Deiner folgenden Aussage, hätte ich dann doch ein paar Fragen.
[Damit das Brennstoffzellenmodul starten kann, ist eine Mindestlaufzeit von 2 Stunden notwendig. Dies wird mittels Sensoren über den Warmwasserspeicher sichergestellt. Die Brennstoffzelle heizt vorrangig in den Heizkreis. Wenn die Rücklauftemperatur aus dem Heizkreis über 45°C steigt, wird die Wärme der Brennstoffzelle in den Trinkwasserspeicher geleitet. Sollte der Speicher vollständig geladen sein und die Rücklauftemperatur des Heizkreises weiterhin >45°C betragen, steigt die Temperatur der Brennstoffzelle über 50°C, was dann zur Abschaltung führt. Generell ist die Laufzeit der Brennstoffzelle immer abhängig von der Wärmeabnahme sowie der Einhaltung der Systemgrenzen. Dies ist in erster Linie vom Nutzerverhalten und dem Gebäude, also dem Wärmebedarf abhängig. Ist der Bedarf gedeckt, so wie es bei sommerlichen Temperaturen oft der Fall ist, wird halt weniger Strom produziert.]

Bei mir ist die Rücklauftemperatur der Heizung laut Anzeige am Mischer ca. 25 Grad. Das würde bedeuten, dass die BZ dauerhaft, bis auf die Regeneration, durchlaufen müsste?! Ist leider nicht der Fall!

Kann das System auf irgendeine Weise optimiert werden, damit möglichst lange Laufzeiten entstehen?
Wohnen in einem Haus welches ausschließlich mit Radiatoren beheizt wird. Der Wärmebedarf ist bei uns dementsprechend hoch.

Gruß Marco
Hallo Marco75,

über die Aufschaltung der ViCare haben wir ein paar Werte zur Verfügung stehen. Hier sehe ich eine hydraulische Weiche mit zwei Heizkreisen. Die Rücklauftemperatur der Heizkreise kannst du nicht als Richtwert nehmen. Hier zählt der Rücklauf der hydraulischen Weiche, der in den Speichertower, vorbei am Rücklaufsensor, führt. Je nach sekundären Wärmebedarf ändert sich der Volumenstrom innerhalb der Weiche. Sind die zwei Heizkreise gemischt ausgeführt worden?

Beste Grüße °ro
Hallo Robin,

wie soll ich das verstehen ---> Sind die zwei Heizkreise gemischt ausgeführt worden?

Es handelt sich um zwei Heizkreise, einer versorgt das EG und der zweite das OG. Ansonsten teilen sich beide den Zulauf und den Rücklauf. Falls Bilder hilfreich werden, würde ich sie in mein Profil stellen 😉

Gruß Marco
Hallo Marco75,

mit gemischt meine ich, ob zwei Mischermotoren vorhanden sind?

Bilder von der Heizkreisanbindung und Verteilung sind immer interessant. Die Bilder kannst du aber nur posten, wenn du über den Button "Antwort" vom ersten Beitrag gehst. Empfehle ich aber nicht, da die Struktur des Beitrages dadurch durcheinander kommt. Per E-Mail ginge das einfacher und die Struktur bleibt erhalten. 😉

Beste Grüße °ro

Hallo Robin,

es sind zwei Mischermotoren vorhanden und soweit ich das einschätzen kann auch jeweils eine Regeleinheit.

So, war mal im Keller....
verbaut ist eine Divicon Heizkreisverteilung, sowie eine Erweiterung EM-P1. Als Pumpen wurden 2 Wilo-Yonos Para verbaut. Mehr kann ich aus den Unterlagen leider nicht entnehmen.

Ansonsten würde ich die Bilder auch gerne per Mail verschicken. Habe nur nicht Deine Mail-Anschrift gefunden in der Signatur.

Gruß Marco
Hallo Marco75,

ich dachte, die Mailadresse wäre mittlerweile allseits bekannt. 😉

customer-care@viessmann.com

Gib aber bitte für die Zuordnung einen Hinweis zu diesem Thread mit an.

Beste Grüße °ro
Hallo Robin,

kurze Rückmeldung nach dem Besuch des Technikers.....

Es wurde die Leistung der beiden Heizkreispumpen erhöht, sowie die Leistung der internen Pumpe gedrosselt, sodass es am Mischer zu keinen Strömungsstörungen mehr kommt.
Weiterhin wurde die Leistung des Brenners, von 35 auf 24 KW gesenkt um eine Überhitzung bei niedriger Pumpenleistung zu verhindern.
Die BZ müsste morgen wieder anspringen, mal schauen wie lange sie dann durchläuft.

Gruß Marco
Hallo Marco75,

danke für die Informationen. Bin gespannt, ist ja einiges angepasst worden. Durch die Anpassung der Pumpendrehzahlen primär und sekundär werden sich günstigere Volumenströme einstellen. Voraussetzung ist jetzt, dass Wärmeannahme vorhanden ist. Das sollte aber bei den Außentemperaturen sichergestellt sein. 😉

Beste Grüße °ro

Hallo °ro,

vielen Dank für Deine Rückmeldung.

Ich hoffe, dass ich mit meiner Hartnäckigkeit Dir nicht zu sehr auf die Nerven gehe.

Ich habe nun verstanden, dass ein Wechsel der Führungsgröße auf den Heizkreis nicht möglich ist und muss wohl akzeptieren, dass ein Start der BSZ in Abhängigkeit von Heizkreisparametern nicht programmiert ist. Einziger Startparameter ist und bleibt das dynamische deltaT des Speichers.

Was mich und wahrscheinlich auch andere Nutzer irritiert ist, dass nach dem Start der BSZ zuerst der Heizkreis versorgt wird. Meiner Logik folgend würde ich zuerst den versorgen, durch den die Startanforderung kam, also den Speicher.

Was bedeutet „zuerst versorgt“? Auf Grund der Speichertemperaturen ist nun klar, dass die BSZ zwei Stunden laufen könnte, wenn sie den Speicher laden würde. Wann und durch welchen Betriebsparameter wird der Speicher durch die BSZ geladen? Geschieht dies gleitend? Wenn in der Übergangszeit Heizkreis-Vorlauftemperaturen <35°C benötigt werden, sollte der Vorlauf hydraulische Weiche nicht größer als 45°C werden. Dadurch dürfte auch der Rücklauf hydraulische Weiche nicht mehr als 45°C werden und damit sollte es auch bei meiner Immobilie bei den passenden Außentemperaturen möglich sein, dass mal die maximale Laufzeit erreicht wird. Habe ich aber bisher noch nie erlebt. Ob dies mit Laufzeitoptimierungsaktion zukünftig möglich sein wird, kann ich vermutlich erst wieder im Frühjahr ausprobieren.

Kann eigentlich die BSZ „nur“ den unteren Speicher laden? Oder schichtet die Speicherpumpe von mitte nach oben um? Außerhalb des Zeitprogrammes sorgt offensichtlich die BSZ für WW im gesamten Speicher, somit müsste eigentlich ein Umschichten stattfinden.

Ist das geschilderte Szenario so richtig, oder ist da noch ein Fehler drin?

Bei welchem deltaT zum Sollwert springt eigentlich der Brenner zur WW-Bereitung an?

Was auch völlig außerhalb meiner Logik ist, dass unterschiedliche deltaT 45/40 und 50/35 im Speicher zum Start der BSZ führen. Es mag ja Komplex sein und das ist ja auch ein Grund warum ich und andere Nutzer das nicht verstehen, aber dann sollte zumindest aus der Bedienungsanleitung ersichtlich sein, dass unterschiedliche WW-Sollwerte das Startverhalten der BSZ beeinflussen.
Wobei ich mir das physikalisch nicht herleiten kann, da zum Temperaturausgleich eine um den Faktor 3 unterschiedliche Wärmemenge erforderlich ist.

Vielleicht findest Du trotz der Komplexität doch eine Möglichkeit ein paar Hinweise zu geben.

Gruß
Loule
Hallo Loule,

sofern keine aktive Warmwasseranforderung anliegt, versorgt die Brennstoffzelle die Heizkreise nach der Startfreigabe, wo der Spitzenlastkessel nach Bedarf mit unterstützt. Umgekehrt wird Warmwasser gefordert, realisieren Spitzenlastkesssel und Brennstoffzelle zusammen die Warmwasserbereitung. Während der Speicherbeladung schichtet die Brennstoffzelle in den unteren Speicherbereich ein. Die Schichtung innerhalb des Speichers von unten nach oben findet über Schwerkraft statt. Eine extra Schichtpumpe gibt es hier nicht.

Die Umschaltung von Heizbetrieb oder Warmwasserbereitung wird von einem integrierten Rücklaufsensor geregelt. Die Temperaturbereiche für die Umschaltung Speicher oder Heizkreis wurden ja schon beschrieben.

Ist der Wärmebedarf des Heizkreises gedeckt und das Zeitprogramm Warmwasser ist inaktiv, versucht die Brennstoffzellle alleine noch Laufzeiten über den Speicher zu generieren. Ist der Speicher dann durchgeschichtet und keine weitere Abnahme über die Heizkreise möglich, stellt die Brennstoffzelle den Betrieb ein.

Die Ein- und Ausschaltbedingungen des Spitzenlastkessels im Heizbetrieb werden von einem speziellen Integralverfahren beeinflusst. Hier gibt es keine feste Brennerhysterese, wie wir es von gewöhnlich normalen Wärmeerzeugern kennen. Hier wird ständig der tatsächliche Energiebedarf bzw. das Wärmedefizit des Heizkreises bestimmt. Die Zuschaltung des Brenners erfolgt bei einem "Wärmedefizit" des Heizkreises. Nach einer gewissen „Überdeckung“ im Heizkreis wird der Brenner abgeschaltet. Hier spielen Faktoren wie Volumenströme, Zeit, Delta Vorlaufsoll und Vorlaufist eine Rolle, die hier nicht plausibel erklärt bzw. dargestellt werden können. Sorry...

Beste Grüße °ro
Hallo °ro,

danke für die weitere Beantwortung meiner Anmerkungen.

Das ist ja gerade das Dilemma, dass der Spitzenlastkessel aus meiner Sicht ja Zuviel unterstützt. Ich beobachte nämlich, dass die Vorlauftemperaturen Kessel und hydraulische Weiche Werte von 50-60°C erreichen, obwohl die Vorlauftemperatur Heizkreis „nur“ um die 40°C hat. Wenn dann Heizkörperventile auf Grund Sollwertvorgaben oder Sonneneinstrahlung etc. zu machen, dann sind die 45°C schnell erreicht und wenn der Speicher zu dem Zeitpunkt voll ist, dann sind die Abschaltkriterien erreicht und die BSZ schaltet ab. Auch wenn diese Situation sehr kurzfristig ist, wird die BSZ erst wieder einschalten, wenn der Speicher die BSZ anfordert und dies kann u.U. einen ganzen Tag dauern.
Bei der Warmwasserbereitung habe ich ihn ja schon gebremst, indem ich die Warmwasserbereitung auf ein sehr kleines Zeitfenster festgelegt habe. Aktuell habe ich auch den Vorrang für die Warmwasserbereitung herausgenommen.
Beim Heizkreis sehe ich nicht, wie ich den Spitzenlastkessel bremsen könnte.

Ok, die Schichtung findet durch Schwerkraft statt. Damit kann dann die BSZ den kompletten Speicher durchladen, wie Du auch in einem nachfolgenden Absatz geschrieben hast
Die Speicherpumpe ist dann „nur“ für das Laden des Speichers über den Spitzenlastkessel.

Ja, die Umschaltung zwischen Heizkreis und Warmwasser hast Du schon teilweise beschrieben.

Zitat:
„Wenn die Rücklauftemperatur aus dem Heizkreis über 45°C steigt, wird die Wärme der Brennstoffzelle in den Trinkwasserspeicher geleitet. Sollte der Speicher vollständig geladen sein und die Rücklauftemperatur des Heizkreises >> weiterhin >45°C betragen, steigt die Temperatur der Brennstoffzelle über 50°C, was dann zur Abschaltung führt.“

Die „Rücklauftemperatur aus dem Heizkreis“ wird über den Sensor im Rücklauf der hydr. Weiche ermittelt. Den Einbauort hast Du hier auch schon beschrieben.
Diese Umschaltung findet also nicht statt, solange die Rücklauftemperatur von 45°C nicht erreicht wird. Damit läuft die BSZ weiterhin auf Heizkreis und der Spitzenlastkessel deckt dann bei diesem Betriebspunkt ausschließlich den Warmwasserbedarf und im Heizkreis nur den Bedarf, den die BSZ nicht alleine schafft.

Schade, dass die Ein- und Ausschaltbedingungen des Spitzenlastkessels im Heizbetrieb hier nicht plausibel erklärt bzw. dargestellt werden können.

Ich glaube, nun habe ich soweit alles begriffen. Dann muss ich mich wohl damit abfinden, dass die Systemgrenzen des Vitovalor und meine Immobilie keine oder nur sehr selten 100%-Laufzeit zulassen. Nach der Aktion Laufzeitoptimierung lief die BSZ ja nur 6 Tage. Vielleicht kann ich mal 45h Laufzeit sehen, wenn die BSZ wieder läuft.

Bezüglich Rücklauftemperatur habe ich festgestellt, dass die sich nicht wie die Vorlauftemperaturen laufend ändert, sondern sehr lange konstant bleibt. Ich werde dazu aber ein separates Thema eröffnen.

Nochmals vielen Dank für Deine Mühe und Geduld.

Was muss eigentlich bei Fehler F.303/C2F0 gemacht werden? Muss das Stack getauscht werden?

Grüße
Loule
Hallo Loule,

mehrere Dinge müssen wir berücksichtigen. Die Brennstoffzelle wird bei höherem Bedarf mit 1,1 kW thermischer Leistung den Warmwasserspeicher, vor allem die Heizkreise alleine nicht versorgen können. Kommt der Spitzenlastkessel dazu, werden direkt zusätzliche 7 kW frei, die das System aufnehmen muss. Diese Mindestgrundlast des Spitzenlastkessels (SLK) ist für die Flammenstabilisierung notwendig, kann daher nicht eingedrosselt werden. Umgekehrt, ist die Brennstoffzelle wegen Regeneration etc. aus, kann der SLK auf die kleinstmögliche Leistung modulieren.

Bei Anlagen mit hydraulischer Weiche stellen sich in Abhängigkeit der sekundären Wärmeabnahme unterschiedliche Rücklauftemperaturen primär am Rücklaufsensor ein. Sind Anlagen weniger hydraulisch abgeglichen, ist schnell der hydraulische Kurzschluss innerhalb der Weiche gegeben, was sich dann alles andere als positiv auf die Laufzeiten auswirkt.
Die Anlagen untereinander kann man nicht vergleichen. Gebäudehüllen, Wärmesystem und Wärmeverteilung, externe Wärmequellen und der persönliche Bedarf, was die Einstellungen von Heizzeiten und Sollwerte angeht, fallen immer unterschiedlich aus. Auch wenn es kalt draußen ist und man meint Wärmeabnahme zu haben, werden je nach Konstellation die maximalen Laufzeiten nicht erreicht.

In punkto Fehler C2F0 hat ein Gassensor ausgelöst. Bei der Überprüfung muss eine Abgasrezirkulation ausgeschlossen werden. Die Gasversorgung wir hierbei auch ins Visier genommen. Der Stack wird nicht ausgetauscht, der hat damit nichts zu tun. Ein Serviceeinsatz ist nach Recherche bereits aufgenommen worden.

Beste Grüße °ro
Hallo °ro,

die Anmerkung zur Flammenstabilisierung war noch ein guter Hinweis. Danke.

Wie ist das mit dem hydraulischen Kurzschluss zu verstehen und was hat der hydraulische Abgleich mit dem Kurzschluss zu tun. Diese Frage führt jetzt vielleicht etwas zu weit. Hätte durchaus Verständnis, wenn Du sagst, dass solche Fragen in den Unterricht einer HKL-Berufschulklasse gehören. 😉

Mit Deiner Antwort zum Fehler C2F0 irritierst Du mich heftig.

1. Das Thema Gassensor hatte ich schon mal, aber mit der Fehlermeldung 12F0 (F.195) = unbekannter Fehler. Der Gassensor wurde getauscht, aber Fehlermeldung war danach nicht weg. Erst nach dem Tausch der Kondensatpumpe war der Fehler weg. Details kannst Du sicherlich dem Servicebericht entnehmen. CO oder andere Gase konnten damals nicht festgestellt werden. Für mich ist nicht nachvollziehbar, was diesen Fehler ausgelöst hat und noch weniger, dass der Tausch einer Kondensatpumpe ihn behoben hat.
2. Der Fehler C2F0 wurde im April schon mal nachgefragt. Du hast da mit "...die Meldung ist eine Unterspannung am Brennstofzellen-Stack." geantwortet. Deshalb auch meine Frage zum Stacktausch.

Wäre es bei einer solchen Fehlermeldung nicht ratsam schneller der Ursache auf den Grund zu gehen, oder zumindest mal einen Schnüffeltest zu machen. Den könnte doch auch der Servicepartner vornehmen.
Oder ist sichergestellt, dass aus der Brennstoffzelle auf keinen Fall Gas austreten kann?

Gruß
Loule

Hallo Loule,

die Fehlerbilder C2F0 und 12F0 haben Gemeinsamkeiten. Ist eine Abgasrezirkulation ausgeschlossen, muss die Gasversorgung überprüft werden. Gestaltet sich beides unauffällig, werden weitere Einstellungen wie eingestellte Gasart, Ventile und Softwarestände überprüft. Es gibt noch mehrere Punkte, die geprüft werden, auch die interne Gasstrecke gehört mit dazu. Tiefgründigere Ergebnisse bzw. Hinweise ergeben die Auswertungen von Panasonic. Deshalb kann ein Heizungsfachbetrieb innerhalb der Brennstoffzelle nichts auswirken. Eine Kondensatpumpe kann ich aber als Verursacher ausschließen. An die demnach getätigte Aussage bezüglich "Unterspannung Brennstoffzellenstack" kann ich mich nicht erinnern und nicht wirklich nachvollziehen. Stell mir bitte den Link zur Verfügung, damit ich das korrigieren bzw. klarstellen kann.

Beste Grüße °ro
Hallo °ro!

Sorry, das warst nicht Du, sondern Patrick Zarges.
https://www.viessmann-community.com/t5/Experten-fragen/C2F0/qaq-p/105894

War mir schon klar, dass der HB an der BSZ nichts machen kann. Mit der Anmerkung ging es mir eher darum, dass beim Ansprechen eines Gassensors vielleicht auch die Bewohner und nicht nur die BSZ ihre Funktion einstellen können. Zumindest gibt es über den Abgasstrang ja Verbindung zur "Außenwelt" und hier könnte der HB einfach prüfen, ob für die Bewohner eine Gefahr vorhanden ist oder ob die Auslösung des Sensors von der "Außenwelt" verursacht wurde,
Wie Du siehst, erfreue ich mich bester Gesundheit und die restlichen Bewohner ebenfalls. 😉

Grüße
Loule
Hallo Loule,
wenn der sensible interne Gassensor anspricht, heißt das nicht gleich, dass Gefahr für Leib und Wohl besteht. Da kann ich dich beruhigen. Es geht hier vielmehr um den Schutz der Brennstoffzelle. Eine Gefahr für den Mensch besteht nicht, ansonsten hätte es keine Zulassung für den Wärmeerzeuger gegeben. 😉

Alles gut, den Link werde ich mir anschauen und mit Patrick darüber sprechen. Danke...!

Beste Grüße °ro
Hallo Robin,

hier mal ein kurzes Feedback von der Brennstoffzellenfront 🙂

Nachdem der Techniker ja nun Anfang Dezember da war, verschiedene Einstellungen vorgenommen und optimiert hat, läuft die BZ nun so wie ich es mir vorgestellt habe.
Zur Zeit läuft sie 48 h bis zur Regeneration durch und springt dann auch wieder zügig an. Alles in allem top 😉

Gruß Marco
Top-Lösungsautoren