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Umrüstung Vitola 200 von Öl auf Gas / Alternativen

Hallo zusammen,

meine Eltern haben einen Vitola 200 / 18kW von BJ 2003 mit einem Weishaupt Ölbrenner.
Das Haus ist BJ 1978 und hat eine Einrohr-Anlage. Der Kamin wurde 2003 mit saniert (Edelstahl-Rohr).
Jetzt sind die 40 Jahre alten Öltanks nicht mehr befüllbar (sowas - und das kurz nach Ablauf der Garantie ;-) ) und müssten getauscht werden.

Aus meiner Sicht ist das jedoch quatsch - zumal man nicht weiß, wie lange heizen mit Öl noch möglich sein wird. Des Weiteren müsste eine Wand durchbrochen und neu aufgebaut werden, um neue Tanks in den Lagerraum zu verbringen.

Ich sehe drei Möglichkeiten - hier mit steigenden Investitionskosten aufgelistet:
1. Kessel belassen, Gasanschluss legen und Gasbrenner einbauen lassen
2. Kessel + Brenner tauschen gegen Gas-Brennwertkessel
3. Pellets-Anlage - ehemaliger Tankraum als Lager

Der Verbrauch liegt bisher bei ca. 3000l Öl / Jahr. Rein überschlagsmäßig sind nach meinen Recherchen alle 3 Lösungen von den Verbrauchskosten ähnlich.
3000l Öl: ca. 1500€
30000kWhGas: ca. 1800€
6t Pellets: ca. 1500€

Welche Variante würdet ihr wählen?

Bei Variante 1 habe ich gelesen, dass der Kessel wg. Schwefelrückständen aus dem Öl akribisch gererinigt werden muss - ist das korrekt?
Was müsste sonst noch beachtet werden?

Müsste bei Variante 2 der Kamin erneut getauscht werden? (Kunststoffrohr?)

Variante 3 ist vermutlich die teuerste - bekommt aber 45% Förderung und ist klimaneutral. Allerdings hört man in diesem Zusammenhang immer wieder das Thema "Feinstaub". Nachdem diese **bleep** bereits im Straßenverkehr durchs Dorf getrieben wird, ist es auch nur eine Frage der Zeit, bis die Vorschriften für Heizungen verschärft werden. (meine persönliche Meinung).

Was auf jeden Fall gemacht werden muss:
Hydraulischer Abgleich des Einrohrsystems. Es handelt sich um 2 Kreise - einer pro Stockwerk (EG + DG). Dazu habe ich gelesen, dass der Abgleich mit 2 Danfoss AB-QM mit Rücklauftemperaturbegrenzung durchgeführt werden kann/soll. (Ein Gas-Brennwertgerät wäre ohne diese Maßnahme wohl rausgeschmissenes Geld wg. zu hoher Rücklauftemperatur im Fall von einem / mehreren geschlossenen Thermostatventilen)
Wie kann man die Regelventile am AB-QM einstellen, wenn keine Berechnungen zu den Volumenströmen vorliegen? Try-and-Error?

Wenn der Abgleich gemacht und die Heizkurve noch den Bedürfnissen angepasst ist, könnten die Verbrauchskosten bei Variante 1 aus meiner Sicht sogar unter den derzeitigen (Öl-)Kosten liegen.

Danke schonmal für Eure Tipps und Meinungen ;-)

Grüße

BM1981

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Hallo,

Gasbrenner an den Vitola dran, das ist die wirtschaftlichste Lösung. 

Mit dem Schwefel ist das keine Problem, hab schon zig Anlagen so umgerüstet, läuft problemlos. Pellet ist zu anfällig, würde ich nicht nehmen, wenn Gas geht. Die 30.000 kWh Gas bekommst du zumindest hier im Süden für rund € 1.250 / Jahr incl. Grundgebühr und MwSt.

Bei Brennwert muss in den Kamin ein Kunststoffrohr eingezogen werden, ist aber auch kein großes Problem.

Einrohr ohne Berechnung abzugleichen ist schon schwierig, aber Try-and-Error ist hier die einfachste Lösung.

Gruß

Heizing

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