Experten fragen

Antwort
Wiederkehrender Besucher
Beiträge: 4
Registriert: ‎30-03-2020
Vitodens 300, WB3A, Anlagenschema 4, fragliches Regelverhalten. Regellogik unklar.

Seit langem ist kein vernünftiges Regelverhalten der Anlage zu erkennen. Entweder zu warm oder zu kalt. Keine gleichmäßige Raumtemperatur erreichbar.

Anlagenschema: Keller Heizkörper, EG Fußbodenheizung, OG Heizkörper. Warmwasseraufbereitung.

Schema in der Vitodens: 04

Mit  welcher Regellogik wird die Vorlauftemperatur der Heizkreise und der Warwasseraufbereitung eigentlich gesteuert?

Wie bekommt man eine gleichmäßige Raumtemperatur eingestellt?

Um nun endlich ein vernünftiges Wohnklima zu erreichen, wende ich mich an diese Community.

Gesamtes Thema betrachten
Mitglied
Beiträge: 6.749
Registriert: ‎01-11-2014
Beantwortet

Ist die FBH mit Mischer und als separater Heizkreis ausgeführt ?

Warmwasser dürfte so eingestellt sein, dass immer Vorrang besteht ?

Wurden Heizzeiten bzw. Absenktemperaturen eingestellt ?  Hier auch beachten, dass eine FBH sehr träge ist, von daher eine Heizzeiteneinstellung eher nichts bringt.

Und schlussendlich: Wurde ein hydraulischer Abgleich durchgeführt ? Gerade, weil die Raumtemps mal zu hoch und mal zu tief liegen.

von am ‎02-04-2020 13:19
Hallo!
Die FBH wird im Vorlauf über einen Erweiterungssatz (externen Mischer) betrieben.
Wo kann ich die WW-Vorrangeinstellung ablesen. Gibt es da eine eigene Codierungsadresse?
Keine Absenkungen.
Hydraulischer Abgleich: Was genau ist darunter zu verstehen?
Die interne Pumpe (WW und Heizkreis 1, Heizkörper) und die externe Pumpe (für FBH) laufen oder nicht, aber ohne erkennbares Regelverhalten.

von Mitglied am ‎02-04-2020 19:28
Bei einem hydraulischen Abgleich wird über mehrere Einstellungsmöglichkeiten jedem Heizkreis bzw. Heizkörper eine bestimmte Durchlassmenge an Heizwasser zugeteilt. An einem Radiator geschieht das beispielsweise über das Thermostatventil. Bei einer Fussbodenheizung müssten am Verteiler sogenannte Tacosetter (in Verbindung mit Indikator)zu sehen sein. Vor diesen Einstellungen muss aber erstmal die genaue Vorlauftemperatur in Verbindung mit der eingestellten Raumtemp. und der Aussentemp gefunden werden. Da ein hydraulischer Abgleich schon mehrfach beschrieben wurde, würde ich darum bitten, mal Google oder die Forensuche zu bemühen.
von am ‎02-04-2020 21:30
Zunächst vielen Dank für die ausführliche Beschreibung des hydraulischen Ablgeiches!

Jeder Heizkörper, im Keller wie im OG, ist diesbzgl. einstellbar und es ist sichergestellt, dass genug Heizwasser ansteht.
Die FBH hat mehrere Heizschleifen mit jeweils einem Ventil und Durchflußindikator (wahrsch. Tacosetter). Die Ventile sind offen, sodaß genug Heizwasser durchfließen kann.
Sowohl der Heizkörperkreis als auch die FBH können genug Wärmeleistung abgeben.
Habe es eben ausprobiert. Außentemperatur 8 Grad. HK Keller und OG sofort warm. VL-Temp. 60 Grad, RL-Temp. 40 Grad.
FBH warm. VL-Temp. 38 Grad, RL-Temp. 20 Grad.

Das Heizzeitprogramm ist auf Dauer eingestellt. Warmwasser nachts aus. Das kann nicht das Problem sein, da sich die Regelung tagsüber sehr komisch verhält. Die Brauchwassertemperatur im Kessel ist tagsüber m.E. konstant (55-75 Grad) und bspw. nach dem Duschen schnell wieder im Sollbereich.

Die ungleichmäßige Vorlauftemperatur, das langzeitige Auf- und Zu der Pumpen, die Temperaturdifferenz muss einen anderen Grund haben. Wie und über welche Temp.-Sensoren etc. wird diese Anlage wohl geregelt oder nicht geregelt?
von Mitglied am ‎03-04-2020 9:07
Ich meine damit nicht unbedingt, dass genug Heizwasser ansteht, sondern eher, dass die Heizkreise bzw. die Radiatoren womöglich zuviel Heizwasser durchlassen.
Um hier erstmal eine Grundlage zu finden: Nimm mal ein paar Tage, an welchen die Aussentemperatur idealerweise um die Null Grad Celsius liegt. An der Therme die Wohlfühltemperatur einstellen(z.B. 22°C). Nun alle Thermostatköpfe auf max stellen. Wird es in allen Räumen zu warm, die Heizkurve schrittweise nach unten stellen. Zwischen den Veränderungen genug Zeit lassen, damit sich die Anlage anpassen kann. Das machst solange, bis wenigstens in einem Raum die Temperatur geradeso erreicht wird. Sind jetzt noch Räume dabei, wo es immer noch zu warm wird, an den Ventilen bzw. an den Settern die Durchflussmenge reduzieren. Auch hier immer nur schrittweise.
Im günstigsten Fall wird später die eingestellte Temperatur an der Therme mit der tatsächlich erreichten Raumtemperatur übereinstimmen.
von am ‎08-04-2020 20:17
Hallo,
ich habe die Steigung im HK-Kreis flacher eingestellt und das Niveau im FB-Kreis gesenkt. Jetzt liegen die beiden Kennlinien nicht mehr weit auseinander. Das An- und Abschalten der HK-Pumpe ging zurück. Allerdings ist es zur gleichen Zeit recht warm geworden und es ist fast keine Vorlauftemperatur mehr notwendig. Eine gleichmäßigere Raumtemperatur hat sich eingestellt, aber halt mit wenig Heizenergie.
Der widrige Effekt bleibt jetzt wohl bis zur nächsten Heizperiode aus. Vielen Dank für Ihre Ratschläge und Unterstützung!