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Die dezentrale Stromerzeugung – den selbsterzeugten Strom selber nutzen?

von Community Manager am ‎09-12-2014 17:53 (35.648 Ansichten)

WesternMill.jpgHeute, liebe Leser, beginnen wir mal ganz anders als ihr es von uns gewohnt seid – im Wilden Westen! Der Wilde Westen? Die Besiedlung großer abgelegener Landflächen in Nordamerika? Ihr fragt euch sicherlich: "Was hat das nur um Himmels Willen mit innovativer Heiztechnik zu tun?“ Die Frage ist sicherlich berechtigt, aber so weit ist das Ganze nicht hergeholt. Alles begann im frühen 19. Jahrhundert, als die Stromerzeugung und –nutzung den Einzug in unsere Gesellschaft feierte….

 

 

Wer keinen Zugang zu Strom hat, erzeuge ihn selbst…:

 

Anfangs war der Zugang zu Strom nur in Großstädten möglich. Doch Bedarf nach Elektrizität verbreitete sich rasant und über die Metropolen der US-Amerikanischen Ostküste hinaus, auf die abgelegenen Farmen der Prärie und des Westens. Im Jahre 1854 entwickelte der Ingenieur Daniel Halladay die sogenannte „Westernmill“: ein Windrad, welches zur Produktion von Strom diente.

Damals hieß es also, frei nach dem Motto: „Wer keinen Zugang zu Strom hat, erzeuge ihn selbst!“ Man kann also von der oft vergessene Kinderstube dessen, was wir heute „dezentrale Stromerzeugung“ nennen, sprechen. Mit dem Anfang des 20. Jahrhunderts und der Ausbreitung großer kommerzieller Stromnetze, geriet diese Art von Technologie fast komplett in Vergessenheit.

 

 

Photovoltaik.jpg

Wer schnelles Geld verdienen möchte, erzeuge Strom…:

 

Eine Rückkehr feierte die dezentrale Stromerzeugung erst wieder Ende der 1970er Jahre. Durch die Ölkrise angeregt, installierten sich Visionäre und Alternativ-Denker, die ersten modernen Photovoltaik-Module auf ihre Dächer. Als Jahre später die Einspeisevergütung dazu kam, brachen goldene Zeiten an. Über 40 Cent für jede ins Stromnetz eingespeiste Kilowattstunde ließen die Kassen der Besitzer klingeln – an eine Eigennutzung des Stroms war kaum noch zu denken. Zur Folge änderte sich auch die Nachfrage bei BHKW und KWK-Geräten, die neben Wärme auch noch Strom produzieren, drastisch. Das Motto hatte sich geändert: „Wer schnelles Geld verdienen möchte, erzeuge Strom!“ Dies löste einen regelrechten „Photovoltaik-Boom“ aus, der jedoch zur Folge hatte, dass die Förderung mittlerweile wieder massiv zurückgefahren wurde.

 

 

Brennstoffzelle.jpg

Wer effizient, umweltschonend und unabhängig von Stromkonzernen leben möchte, erzeuge Strom…:

 

Heute lässt sich mit dem Einspeisen von eigens-produzierten Strom nicht mehr das große Geld verdienen. Dennoch ist der Ansatz, Strom da zu produzieren, wo er auch benötigt wird (wie damals schon im Wilden Westen). Die Motivation ist allerdings eine andere. Wer heute mit z.B. einem modernen Brennstoffzellensystem Strom produziert, nutzt die eingesetzt Energiequelle sehr effizient aus. Außerdem muss der Strom, der immer dann produziert wird, wenn Wärme oder Warmwasser benötigt wird, nicht mehr bezahlt werden. Man macht sich also unabhängiger von instabilen Strompreisen und den immer mehr zunehmenden Netzschwankungen. Das heißt aber nicht, dass man nur dann Strom hat, wenn man auch Wärme erzeugt. Die Stromspeichertechnologie hat sich in den letzten Jahren rasant entwickelt. So kann mit einfacher Installation die Eigennutzung auf bis zu 100 % gesteigert werden. Im besten Fall wird der komplette Strom aus eigener Herstellung – auch schon wie im Wilden Westen – in den eigenen vier Wänden verbraucht. Es gilt also: „Wer effizient, umweltschonend und unabhängig von Stromkonzernen leben möchte, erzeuge Strom und nutze ihn selber!“

Kommentare
von Haberkorn Andrea
am ‎09-12-2014 18:45
Währe schön aber wir bekommen strom von envia und Heizung ist gas läuft über unsern Vermieter strom zahlen wir monatlich 140 €
von Community Manager
am ‎11-12-2014 11:51

Hallo Andrea, das wären ja dann 1.680€ die jedes Jahr gespart werden könnten und man kann ja davon ausgehen, dass der Strompreis sich eher nach oben entwickeln wird. Je nachdem wie alt eure Gasheizung ist, könntet ihr euch ja mal mit eurem Vermieter über Alternativen unterhalten....

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