Innovations Blog

EnEV – Das kommt ab Januar 2016

von Viessmann am ‎29-04-2014 16:49 (49.685 Ansichten)

EnEV 2014_72dpi.pngLetzte Woche habe ich ja bereits beschrieben, was in ein paar Tagen mit der novellierten EnEV auf uns zu kommt. Mein Haus wird aber leider bis dahin nicht fertig werden… Ich sollte daher wohl oder übel schnell handeln, sofern ich weiterhin mein Effizienzhaus bauen möchte, denn ab dem 01. Januar 2016 werden die Anforderungen an die EnEV verschärft. Das bedeutet dann konkret: Es werden mehr Maßnahmen benötigt, um den gleichen Energiestandard zu erreichen und das kostet. Was sich genau ändern wird, habe ich für Sie im Artikel zusammengetragen.

 

 

 

 

 

 

 

Ab 2016 habe ich erhöhte Energieverbrauchsanforderungen an die Gebäude. Was fordert die EnEV dann genau?

 

1.   Der Primärenergiebedarf wird um 25 % reduziert. Dieser Bedarf kann zum Beispiel durch die Verbesserung der Dämmmaßnahmen erreicht werden, aber auch durch die Verwendung regenerativer Heiztechnik.

 

2.   Der Transmissionswärmeverlust wird von einem Referenzgebäude abgeleitet. Durchschnittlich ergibt sich daraus, dass die Wärmedämmung der Gebäude um etwa 20 % verbessert werden muss.

 

 

Austauschpflicht für alte Kessel – Muss ich jetzt eine neue Heizung kaufen?

 

Ja, wenn Ihre Anlage vor dem neuen Stichdatum dem 01.01.1985 eingebaut wurde oder die Anlage älter als 30 Jahre ist. Wenn dies auf Ihre Anlage zutrifft, dann müssen Sie Ihre Heizungsanlage erneuern… Nun ja nicht ganz… Wie immer im Leben gibt es auch hier einige Ausnahmen wie zum Beispiel, wenn es sich bei dem Kessel um einen Niedertemperaturkessel oder gar schon um einen Brennwertkessel handelt.

 

 

Muss ich nach der neuen Energieeinsparverordnung dämmen?

 

Auch hier ein klares Ja. Die oberste Geschossdecke muss zukünftig den Mindestwärmeschutz erfüllen. Das bedeutet genau, ich als Hausbesitzer muss dafür sorge tragen, sofern nicht mein Dach ausreichend gedämmt ist, dass die oberste Geschossdecke einen U-Wert von 0,24 W/m²*K nicht überschreitet.

 

 

Gebäude bekommen demnächst Label wie beim Kühlschrank und Co. – Wie aussagefähig ist diese Kennzeichnung?

 

Bandtacho.pngGenerell ist die Einführung einer solchen Klassifizierung sinnvoll, um auch Menschen ohne fachlichen Hintergrund, die energetische Effizienz der Gebäude aufzuzeigen. Eingestuft wird hierbei je nachdem wie hoch der primärenergetischen Bedarf des Gebäudes ist. Problematisch wird jedoch sein, dass ohne sich die Unterlagen genauer anzuschauen, nur schwer eine gute Beurteilung durchführbar ist. Denn je nach Anlagenkonfiguration kann der Primärenergiebedarf sehr gut, der Endenergiebedarf jedoch relativ ungünstig ausfallen. Auch die anfallenden Energiekosten sind davon abhängig. So wird es unter Umständen nicht einfach ein tolles Haus mit hohen Energiekosten zu erläutern. Hinzu kommt noch, dass der Primärenergiefaktor von Strom von 2,4 auf 1,8 fällt. Dies bedeutet letztlich auch eine bessere energetische Bewertung von Gebäuden mit Wärmepumpen, ohne dass sich die Effizienz dieser Anlagen in diesem Ausmaß verändert. Grund hierfür ist der immer größere Anteil von regenerativ erzeugten Stroms am Strommix in Deutschland.

 

 

 

Die wichtigsten Änderungen auf einem Blick

 

Die wichtigsten Änderungen der EnEV 2014 gegenüber dem Stand von 2009 habe ich Ihnen zusammengetragen. Sie finden diese und weitere Informationen rund um die EnEV auch zum Beispiel auf der Internetseite der Deutschen Energie Agentur (dena).

 

  • Verschärfung der primärenergetischen Anforderungen (Gesamtenergieeffizienz) an neu gebaute Wohn- und Nichtwohngebäude um 25 Prozent ab 1.1.2016. Die Wärmedämmung der Gebäudehülle muss zudem im Schnitt etwa 20 Prozent besser ausgeführt werden.

 

  • Heizkessel, die mit flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen betrieben werden und nach dem 1.1.1985 eingebaut wurden, müssen nach 30 Jahren außer Betrieb genommen werden. Wurden die entsprechenden Heizkessel vor 1985 eingebaut, dürfen diese schon ab 2015 nicht mehr betrieben werden. Ausnahmen gelten für Niedertemperatur- und Brennwertkessel sowie für bestimmte selbstnutzende Ein- und Zweifamilienhausbesitzer.

 

  • Für den Gebäudebestand sind darüber hinaus keine wesentlichen Verschärfungen vorgesehen.

 

  • Neuskalierung des Bandtachos im Energieausweis für Wohngebäude bis 250 kWh/(m²a) und Stärkung der Modernisierungsempfehlungen. Der Bandtacho wird zusätzlich durch Energieeffizienzklassen von A+ bis H ergänzt.

 

  • Verkäufer und Vermieter von Immobilien sind künftig verpflichtet, den Energieausweis an Käufer bzw. Mieter zu übergeben. Der Energieausweis muss bereits bei der Besichtigung vorgelegt werden.

 

  • Energetische Kennwerte (Endenergie) müssen künftig im Falle des Verkaufs oder der Vermietung in Immobilienanzeigen angegeben werden. Liegt ein Energieausweis mit Energieeffizienzklasse vor, muss die entsprechende Einstufung auch veröffentlicht werden.

 

  • Erweiterung der Aushangpflicht für Energieausweise (gilt für öffentliche Gebäude mit starkem Publikumsverkehr ab 250 m² Nutzfläche und entsprechende private Gebäude ab 500 m² Nutzfläche).

 

  • Senkung des Primärenergiefaktors von Strom auf 2,4 und ab 2016 auf 1,8.

 

  • Einführung von Stichprobenkontrollen für Energieausweise.

 

  • Einführung eines Kontrollsystems für Inspektionsberichte von Klimaanlagen.

 

Kommentare
von Sabine Koch
am ‎22-10-2015 17:48

Die neue Verornung ist nicht eindeutig formuliert:

 

Ein ausgebauter Spitzboden - dessen Wohnfläche zur Berechnung der Nebenkosten hinzugezogen wird - ist in den Dach-Schrägen gedämmt,  jedoch grenzen die senkrechten nicht gedämmten Seitenwändewände an einen nicht gedämmten Teil des Dachbodens.

 

Müssen diese Wände bzw. der ungedämmte Dachboden jetzt mit einem Wärmeschutz versehen werden ?

Statistiken

Themen20496
Beiträge insgesamt123780
Top-Beiträge13804
gelöste Fragen9073
unbeantwortete Beiträge9
Antwortquote in %99.99
Besuchen Sie unsere Facebook-Seite
Folgen Sie uns auf Twitter