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Gute Luft im sanierten Altbau – wie man mit allzu dichten Wänden umgeht

von Community Manager ‎10-09-2015 15:21 - bearbeitet ‎10-09-2015 15:22 (20.772 Ansichten)

Wohnungslueftung.jpgNeubauten sind heute selbstverständlich mit einer aufwendigen Fassadendämmung ausgestattet. Da diese im wahrsten Sinn dichte Außenhülle keinen Luftaustausch mehr erlaubt, haben Neubauten entsprechend leistungsfähige Lüftungssysteme, die zentral gesteuert werden. Ein ausgeklügeltes System, das unsichtbar hinter den Wänden des Hauses verborgen liegt, sorgt nicht nur für die Abfuhr verbrauchter Luft und die entsprechende Zufuhr frischer Luft. Es filtert obendrein die zuströmende Frischluft, sodass beispielsweise Allergiker aufatmen können.

 


Doch wie sieht es eigentlich bei Bestandsbauten aus? Auch alte Häuser werden bei Sanierungen gezielt wärmegedämmt – gestiegene Anforderungen beim Energiesparen erfordern das. Die Außenhaut wird entsprechend dicht. Der Luftaustausch, der in alten Häusern über die sogenannte Fugenlüftung geschah, also durch winzige Spalten und Ritzen, wird so unmöglich. Dieser Luftaustausch ist jedoch für eine gute Luft im Innern dringend nötig, sonst steigt der Feuchtigkeitsgehalt. Die Folge ist Schimmelpilzbildung. Außerdem bleiben auch verbrauchte Atemluft und ausdunstende Schadstoffe aus Möbeln, Teppichen, Farben, usw. in der Wohnung. Umgangssprachlich – schlechte Luft – bildet sich in der Wohnung, wie man Sie sonst nur morgens aus dem Schlafzimmer kannte. Selbst bestes Fensterlüften kann dagegen wenig ausrichten, zumal man schließlich nicht den ganzen Tag zu Hause ist, um in penibler Regelmäßigkeit Fenster zu öffnen und zu schließen. Besonders betroffen sind Raumecken an den Außenwänden – hier sammelt sich Feuchtigkeit und kondensiert.


Ein zentrales Lüftungssystem kann in Altbauten nur aufwändig nachträglich eingebaut werden. Wer saniert, findet die passende Lösung in einem dezentralen System, bei dem einzelne Räume mit Frischluft versorgt werden. Bei ihnen ist kein Luftkanalsystem nötig, die Geräte werden in die Außenwände der jeweils zu belüftenden Räume eingebaut. Hierfür wird in jedem einzelnen Zimmer, das möglicherweise feuchtigkeitsanfällig ist und belüftet werden soll, ein Durchbruch in der Außenwand vorgenommen. Räume ohne Außenwand müssen zusätzlich über Umwege mit Frischluft versorgt werden.


Auch diese dezentralen Systeme für die Belüftung von Einzelräumen enthalten einen leistungsstarken Wärmetauscher und Sensoren für die Filterung der zugeführten Luft. Gleichzeitig schaffen es moderne Geräte, bis zu 90% der enthaltenen Wärme aus der Abluft zu nutzen und für die Zuluft zurückzugewinnen, was eine erhebliche Energieeinsparung bedeutet. Die Bedienung erfolgt meist über eine Blende an der Innenwand, wo dann auch bequem der Filter gewechselt werden kann.


Gute Luft im wärmesanierten Altbau erfordert also dezentrale Maßnahmen an den Außenwänden. Doch diesen Aufwand sollte einem die eigene Gesundheit allemal wert sein. Denn breitet sich erst einmal Schimmel aus, wird es nicht nur ungemütlich in den eigenen vier Wänden, es wird zudem auch richtig teuer. Die Kosten für die Beseitigung von Schimmelschäden übersteigen die für die Nachrüstung mit einem modernen Belüftungssystem bei Weitem. Zudem wird durch die Nachrüstung auch der Wert der Immobilien erheblich gesteigert.

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