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Ist der Einsatz einer Solaranlage in Kombination mit einem Mikro-KWK-Gerät möglich?

von Viessmann ‎28-02-2013 11:07 - bearbeitet ‎11-11-2013 12:58 (6.667 Ansichten)

Vitotwin 300-W_00016.jpg

Die Auswirkungen der solaren Erwärmung auf den Ertrag eines Mikro-KWK-Geräts, sind in den Übergangsjahreszeiten und Sommerbetrieb groß. In verschiedenen Studien am Haussimulationsprüfstand wurde dies nachgewiesen. Die Ergebnisse der Frühjahrs- und Herbstsimulation zeigen, dass bei einem Einsatz einer Solaranlage mit 7,5m² Kollektorfläche ca. 1/3 an Stromertrag aus dem KWK-Gerät verloren gehen. Noch größere Solaranlagen, wie etwa bei solarer Heizungsunterstützung, lassen die Erträge im Betrachtungszeitraum gegen null laufen. Da die Solaranlage, ohne die Unterstützung der Wärmezufuhr aus dem Mikro-KWK-Gerät den Speicher lädt und somit auch kein Strom produziert wird. Die Speichersolltemperaturen wird durch den großen solaren Ertrag also auch so erreicht - die Stromanforderungsfunktion wird nicht mehr ausgeführt. Da bei einem solar erwärmten Wasserspeicher kein Bedarf besteht, durch den Kessel nachzuheizen und somit kein Strom produziert wird.

 

Rein technisch betrachtet funktioniert diese Systemkombination zwar, jedoch ist die Wirtschaftlichkeit dieser Anlage infolge schlechter darzustellen.

Kommentare
von Harry Dey
am ‎31-01-2014 13:44

Habe eine Solaranlage 8,1 kwp  und ein Mikro KWK von Viessmann seit 1 Jahr.Die verbräuche sind deutlich gesunken. Allerdings habe ich noch keine gasabrechnung.Ich überlege noch ob ein Stromspeicher sinnvoll ist.

Falls jemand interesse hat sich genauer zu informieren währe ich bereit dieses zu tun 

von Viessmann
am ‎31-01-2014 14:00

Hallo Harry Dey,

 

generell halte ich es für sinnvoll, den erzeugten Strom zu speichern und dann bei Bedarf auch selbst zu verbrauchen. Jedoch benötigt der Vitotwin für den Betrieb ein 50 Hz Netz. Dies ist aber bei einem Stromspeicher aber nicht der Fall. Das bedeutet im Klaren, dass derzeit ein Stromspeicher nur in Verbindung mit der PV Anlage betrieben werden kann.

 

Viele Grüße

Roman Gruß

 

von Jörg_H
am ‎10-03-2015 16:30

Hallo,

ich habe eine Vitotwin-Heizung und möchte diese mit einer Solaranlage kombiniern zwecks Poolheizung im Sommer. Wenn es doch, wie oben gesagt,  technisch möglich ist, wieso sagt Viessmann, dass eine Vitotwin-Heizung nicht mit einer Solaranlage kombiniert werden darf. Wieso kann man, wenn die Rücklauftemperatur zu hoch wird, nicht einfach die Solaranlage in Stagnation schicken?

 

Mit freundlichen Grüßen,

Jörg H.

von gawlitza
am ‎06-05-2016 23:10

Ich bin neu hier im Forum und möchte doch einmal beitragen zum Thema Kombination eines Vitotwin mit einer Solarthermieanlage.

Sicher bin ich kein so typischer Vitotwin-Betreiber, denn wir haben hier zu Hause eine ziemlich komplexe aber exzellent funktionierende Energieanlage bestehend aus:
Vitotwin 300-W C3HC seit Juli 2014
2 PV-Anlagen mit zusammen 9,15 kWp, die erste Indach nach Westen (Straßenseite), die zweite Aufdach nach Osten (wir haben nur ein kleines Süddach)
1 Solarthermieanlage 6qm Plattenspeicher Indach auf dem kleinen Süddach (nicht sehr effektiv, bringt nur was bei richtigem Sonnenschein, dann aber ganz ordentlich)
Batteriesystem / Energiezentrale von E3DC mit 13,8 kWh nutzbarem Li-Ionen-Speicher inkl. Wechselrichter und Notstromfunktion. In das E3DC-System wird neben dem PV-Strom auch der Strom vom Vitotwin eingespeist und entweder direkt dem Haushalt, der Batterie oder dem öffentlichen Netz zugeführt.

Mit diesem System erreichen wir über das ganze Jahr eine Strom-Autarkie von 97% (!). Die restlichen 3% Strombezug vom Versorger kommen fast ausschließlich durch Stromspitzen zustande, wenn man eben eine Einladung macht und es laufen 4 Kochfelder und der Backofen und noch die Spülmaschine dazu, die Batterie liefert eben max. 3kW (der Lebensdauer geschuldet).

Trotzdem ist unser Verbrauch an fossilem Brennstoff verglichen mit dem vormaligen Viessmann Niedertemperatur-Ölkessel (Vitola Biferral von 1983) erheblich gesunken, nämlich um ca. 30% - gerechnet 1l Heizöl entspricht ca. 1 Kubikmeter Erdgas .

Verbotenerweise - so sagt es jedenfalls unser Heizungsbauer - hängt die Solarthermie am selben Pufferspeicher wie der Vitotwin. Schriftlich konnte ich ein solches Verbot bisher nicht finden. Finden konnte ich nur einen Hinweis im Datenblatt, wonach die Kombination eines Vitotwin mit einer Solarthermie "nicht empfohlen" wird, weil dadurch die Laufzeiten des Sterling reduziert werden und somit der eigentlich bezweckte Stromertrag zurückgeht. Im Forum findet man, dass der Sterling dann vermehrt taktet, was seine Lebensdauer verkürzen kann. Das ist aber widersinnig und überdies ökologisch kontraproduktiv. 

Denn zu den Zeiten, wo die Solarthermie Wärme in den Pufferspeicher einträgt, brauchen wir den Sterling gar nicht, denn dann haben wir auch PV-Strom mit großem Überschuss. Der wärmegeführte Sterling steht einfach still, automatisch, denn im Pufferspeicher ist Wärme genug. Warum sollte ich denn die Stromanforderungstaste drücken, wenn sowieso schon genug und übergenug Strom  und Wärme im System sind ? Der Sterling springt nur an, wenn Wärmeanforderung vorliegt, die der Pufferspeicher nicht mehr decken kann. Dann sind automatisch auch die Vorlauftemperaturen niedrig genug.

Natürlich taktet der Sterling in den Übergangszeiten tageweise. Das tut er aber bei jedem, auch wenn keine Solarthermie installiert ist. Vielleicht taktet er bei uns sogar weniger als bei Installationen ohne Solarthermie, denn bei uns war er im Sommer 2015 schlicht 3 Monate im Standby, musste also gar nicht takten, Gasverbrauch null, Strom trotzdem übergenug durch die PV, Wärme genug durch die Solarthermie, während er bei Leuten ohne Solarthermie Brauchwasser erwärmen muss je nach Familiengröße und Dusch- / Badegewohnheiten oft mehrmals am Tag.

Insgesamt finde ich die Installation wie wir sie haben einschl. der eingebundenen wenn auch kleinen Solarthermie nahezu optimal. Im Winter Vitotwin-KWK, im Sommer PV und Solarthermie, in den dazwischenliegenden Übergangszeiten ein Mix mit ein bisschen Takten des Stirling, das muss er aber schon abkönnen. Ich kann nicht sehen, was daran schlecht oder dem Sterling abträglich sein soll, vielleicht eher im Gegenteil. 

Wermutstropfen: Die Anlage, wie wir sie haben, ist nichts für den üblichen Heizungsbenutzer. Man muss sich schon reinknien, das Zusammenspiel der Komponenten beobachten und optimieren. Leider gibt es keinen übergreifenden Standard, der alle Komponenten übersichtlich z.B. auf einem Webformular oder Internetportal zusammenfasst und steuern lässt, so etwas müssten sie - Sie: Viessmann ! - bringen. Ganz zu schweigen von den steuerlichen Aspekten. Vitotwin und PV-Anlagen laufen als "Unternehmen", schön komplex v.a. hinsichtlich des Eigenverbrauchs bzw. der unentgeltlichen Wertabgabe. Wir haben 5 amtliche Stromzähler, davon zwei 2-Wege-Zähler, und es war nicht trivial, unseren Stadtwerken klarzumachen, was denn die Zähler eigentlich messen und wie unser Stromverbrauch und insbesondere die differentielle Einspeisung der Stromerzeuger (1x KWK, 1x PV von 2014, 1x PV von 2015) aus den Zählerständen zu berechnen sind. 

Aber ich glaube der Aufwand lohnt sich auch hinsichtlich der Amortisation. Und wenn doch nicht, so habe ich wenigstens das Gefühl, etwas Gutes für die Umwelt gemacht zu haben. 

Fazit: Falls es tatsächlich ein Verbot von Viessmann hinsichtlich der Kombination eines Vitotwin mit einer Solarthermie am selben Pufferspeicher gibt, so gehört dies abgeschafft oder zumindest näher spezifiziert. Es müsste klar dargestellt werden, welche Betriebsbedingungen zu vermeiden sind oder nicht eintreten dürfen. Dies müsste flankiert werden durch eine verbindliche und transparente Protokollierung der Betriebsbedingungen im jeweiligen System, damit im Schadensfall des Sterling nachvollzogen werden kann, ob tatsächlich Sterling-schädliche Betriebsbedingungen vorgelegen haben.

Der Sterling ist natürlich ein Problem. Einserseits nahezu wartungsfrei, aber eben doch mechanisch, also grundsätzlich gefährdet wie jede mechanische Anlage. Und hermetisch abgeschlossen, man kann also nahezu nichts dran machen außer im äußersten Fall ersetzen. In diesem Fall würde ich mir jetzt den Einsatz einer Brennstoffzelle überlegen. Bisher funktioniert aber alles prächtig.

Gruß

 

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