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Kann ich die Heizung über ein Notstromaggregat betreiben?

von Viessmann ‎29-05-2018 7:39 - bearbeitet ‎08-06-2018 11:56 (67 Ansichten)

Prinzipiell ist an dem Vorhaben nichts auszusetzen, beachtet man einige grundlegende Regeln und Voraussetzungen. Immer im Hinterkopf sollte man behalten, dass alle elektrischen Geräte, die an bzw. in Viessmann Geräten installiert sind, für den Betrieb an einem regulären geerdeten elektrischen Versorgungsnetz mit einer sinusförmigen Wechselspannung ausgelegt wurden (zwischen 195 und 250 Volt bei 49 bis 51 Hertz). Sollte das ausgewählte Notstromaggregat diese Bedingung erfüllen, dann ist die erste Hürde schon einmal genommen.

Die nächste Frage, die sich stellt, ist, ob das Aggregat bzw. der Generator auch so viel Leistung erzeugen kann, dass alle elektrischen Verbraucher versorgt werden. Zur Beantwortung dieser Frage empfiehlt sich eine Leistungsbemessung des Generators. Hierin summieren sich unter anderem Brenner, Abgasklappe, Umwälzpumpen sowie Stellmotoren, in deren Ergebnis diejenige Leistung steht, die ein Notstromaggregat in jedem Fall erzeugen muss, soll die Heizungsanlage darüber betrieben werden. Von Vorteil ist es, wenn die Auslegung des Generators in etwa den doppelten Leistungsbedarf abdecken kann. Dadurch ist ein weitaus stabileres Betriebsverhalten gewährleistet, weil hier auch die höheren Einschaltströme der Verbraucher abgedeckt werden.

Neben der reinen Leistungsfähigkeit ist es unabdingbar, dass der Generator technisch und elektrisch absolut sicher in die Elektroschaltung der Heizung eingebunden wird. Und genau an dieser Stelle kann es unter Umständen etwas verzwickt werden. Denn viele Notstromversorgungen haben von Haus aus die elektrische Schutzmaßnahme „Schutztrennung“. Und eine solche Schutztrennung darf keine Erdverbindung haben. Eine Erdverbindung wiederum ist für die Heizungsanlage unverzichtbar. Und das aus drei Gründen.

  1. - Die elektronische Sicherheit erfordert die Erdung der im Heizsystem installierten Elektrogeräte (Pumpen etc.)
  2. - Die heizungstechnische Sicherheit verlangt eine Erdung, damit der Temperaturbegrenzer immer sicher abschaltet.
  3. - Die feuerungstechnische Sicherheit benötigt die Erdverbindung zur Überwachung der Gasflamme.

Um das Problem mit diesen gegensätzlichen Voraussetzungen zu lösen, gibt es spezielle Schaltungsmöglichkeiten, durch die ein sicherer Betrieb hergestellt werden kann. Diese Schaltungen hängen aber ihrerseits von der jeweiligen Elektroinstallation im Gebäude und den Möglichkeiten des Notstromaggregates ab. Eine Kontaktaufnahme zum Elektrofachbetrieb, zum Stromversorger und dem Hersteller des Notstromaggregats ist daher sehr zu empfehlen. Denn eines sollte bei dem ganzen Thema nie vergessen werden: fehlerhafte Elektroschaltungen können immer eine Gefahr für Gesundheit, Leben und Sachwerte sein.

Festgehalten werden kann also: sind im Vorfeld alle Bedingungen vor Ort geklärt und wird das Notstromaggregat korrekt in die Heizungsanlage eingebunden, dann spricht dem Vorhaben nichts entgegen.

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