Innovations Blog

Solarstadt Weil am Rhein

von Viessmann am ‎10-04-2014 17:45 (5.131 Ansichten)

Heizen mit Eis.jpgIn der südbadischen Stadt Weil am Rhein entsteht auf einem ehemaligen Messeplatz ein Leuchtturmprojekt der Region. Mit dem Namen Solarstadt am Messeplatz werden bis zum Spätsommer 2014 sieben Mehrfamilienhäuser auf höchsten Energiestandard und mit modernster Heiztechnik errichtet. Im ersten Bauabschnitt wurden bereits drei der sieben Mehrfamilienhäuser mit 19 Wohneinheiten auf einer Fläche von gut 2.400 m² fertiggestellt. Vier weitere Mehrfamilienhäuser sollen noch folgen. Ein sehr geringer Jahresheizwärmebedarf von gerade einmal 15 kWh/m²a durch Passivhausbauweise, eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung und ein ausgeklügeltes Heizkonzept mit Eisspeicher und Wärmepumpen zeigen die Richtung, wie die Klimaziele der Bundesregierung bereits mit heutiger Technik erreicht werden können.

 

Das Herzstück des Systems bilden pro Mehrfamilienhaus jeweils zwei im Erdreich vergrabene Eisspeicher mit insgesamt 24 Kubikmeter Wasser Fassungsvermögen. Das Grundkonzept des Eisspeichers beruht darauf, dass es viele verschiedene Energiequellen der Umwelt gleichzeitig aufgenommen werden und damit dann die Gebäude mittels Wärmepumpen beheizt werden können. Da im Sommer aber relativ wenig Heizleistung erforderlich ist, kann zudem die Energie des Eisspeichers auf dem Temperaturniveau des Erdreiches gespeichert und zum kühlen verwendet werden. Wie ein solches Eisspeichersystem genau funktioniert und was man alles dazu braucht, können Sie in unserem Artikel Heizen mit Eis nachlesen.

 

Solar-Luftabsorber.pngAuf dem Flachdach der drei Häuser sind jeweils sechs Solar-/Luft-Absorber installiert. Diese werden dazu verwendet, um die Wärme der Sonne und der Umgebungsluft aufzunehmen, selbst wenn es bewölkt ist. Kann mehr Energie aufgenommen werden, als benötigt wird, dann wird diese überschüssige Energie im Eisspeicher gespeichert. Mit Beginn der kalten Jahreszeit wird dann die Wärme dem unterirdischen Eisspeicher mithilfe einer Wärmepumpe entzogen und dem Warmwasserspeicher und dem Heizsystem zugeführt. In jedem der drei Häuser wurde deshalb eine Wärmepumpenkaskade eingebaut. Damit die Anlagen in den einzelnen Mehrfamilienhäusern längere Laufzeiten haben und nicht bei Wärmebedarf ständig nur für kurze Zeit im Betrieb sein müssen, wird zusätzlich ein Heizwasser-Pufferspeicher mit 400 Litern integriert. Zudem steht ein Trinkwasserspeicher mit 1.000 Liter bereit, um den Bedarf für Dusche und Co. abzudecken.

 


Solarstadt Weil.pngDamit so ein komplexes System effizient funktioniert und den hohen Erwartungen gerecht wird, müssen alle Komponenten der Anlage genau aufeinander abgestimmt sein. Denn einerseits müssen die unterschiedlichen Wärmequellen (Außenluft, solare Einstrahlung und Erdwärme) optimal genutzt werden und andererseits muss die Wärmepumpenkaskade trotz der Temperarturspanne im Eisspeicher von etwa -7 °C bis + 25 °C stets effizient arbeiten können.

 

Das Projekt wurde im Rahmen des Modellvorhabens „Auf dem Weg zum Effizienzhaus Plus" der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) als vorbildliches Leuchtturmprojekt ausgewählt. Diese rund 40 Modellprojekte wurden unter 350 Bewerbern ausgewählt, die interessante und sehr ambitionierte Konzepte eingereicht hatten.

 

Bilder: Dirk Wilhelmy, Stuttgart

Kommentare
von Willi Teichmann
am ‎14-04-2014 13:33

Im Südwesten scheint mehr Sonne, Wiel am Rhein setzt mit einem innovativen Partner im Energiebereich ein Zeitzeichen, dass uns allen nutzt.

von Sportfreak17
am ‎01-03-2017 16:38 - zuletzt bearbeitet am ‎02-03-2017 13:39 von Community Manager

Hat schon jemand Erfahrungen mit einer dezentralen Wohnraumlüftung von getAir gemacht?

Wir haben bis jetzt nur positive Rückmeldungen erhalten. Liebe Grüße Sebastian

Statistiken

Themen16346
Beiträge insgesamt99854
Top-Beiträge10769
gelöste Fragen8118
unbeantwortete Beiträge9
Antwortquote in %99.99
Besuchen Sie unsere Facebook-Seite
Folgen Sie uns auf Twitter
Benutzer online (151)