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Unwetterwarnung. Schäden durch Hochwasser und Blitzeinschläge - Was ist zu tun?

von Viessmann am ‎28-06-2016 16:05 - zuletzt bearbeitet am ‎29-06-2016 9:04 von Viessmann (9.719 Ansichten)

Ueberspannungsschaden_Heizung.jpg Derzeit ist für viele Menschen die Horrorvorstellung vom Hochwasser vor der eigenen Haustür und anderen Unwetterschäden wieder allzu real geworden. Neben den äußerlichen Schäden, die jeder aus den täglichen Nachrichtensendungen kennt, zerstören die Fluten in vielen Fällen auch die Heizungsanlage im Keller. Grund genug sich mit dem Thema Wasser- und Überspannungsschäden etwas näher zu befassen.

Schnell zu handeln ist angebracht, überstürzte Aktionen zu starten dagegen fehl am Platz. Der erste Schritt, der unabhängig von Art und Umfang des Schadens getan werden muss, führt zur Versicherung (Hausratversicherung, Wohngebäudeversicherung etc.). Ihr muss der Sachverhalt unverzüglich mitgeteilt werden. Bestenfalls inklusive einer ausführlichen Dokumentation aus Fotos oder Videos. Üblicherweise schaltet der Versicherer dann einen Gutachter ein, der das ganze Ausmaß des Schadens bewertet und entsprechende Maßnahmen empfiehlt. Nur ein staatlich vereidigter Gutachter darf beurteilen, ob ein Bauteil ausgetauscht werden muss oder ob man es reparieren kann. Das Maß der Kostenübernahme hängt schließlich vom abgeschlossenen Versicherungsvertrag ab. Überspannungsschäden nach einem Blitzeinschlag müssen beispielswiese in den meisten Fällen separat vereinbart werden. Weitere detaillierte Hinweise hierzu liefert der Bund der Versicherten.

Langzeitfolgen nicht zu unterschätzen

Im Falle eines direkten Blitzeinschlages wird fast immer alles zerstört, was direkt mit der Stromversorgung des Gebäudes verbunden ist. Der Schaden am Kessel bzw. an der Regelung und den elektrischen Leitungen ist offensichtlich. Im Gegensatz hierzu steht der Überspannungsschaden, der vielfach unbemerkt bleibt oder auf den ersten Blick nur ein einzelnes Bauteil beschädigt hat. Übrigens: Überspannungsschäden entstehen nicht durch den Einschlag selbst, sondern durch die ausgelöste Überspannung außerhalb des Gebäudes. Dass dies nicht zu unterschätzen ist, zeigt das Ausmaß eines solchen Phänomens. Im Umkreis von bis zu 1,5 Kilometern besteht noch die Gefahr von Überspannung durch elektromagnetische Felder. Leider ist es im Nachhinein immer schwierig Überspannungsschäden festzustellen, da diese bei einer Fehlersuche oft unbemerkt bleiben. Meistens fallen betroffene Bauteile erst zu einem späteren Zeitpunkt aus.

Auch bei einem Wasserschaden muss das Augenmerk auf potenziellen Langzeitfolgen liegen, falls es nicht schon direkt zu einem Kesselausfall gekommen ist. Denn die Oxidation arbeitet zwar langsam, aber effektiv. Selbst wenn Verunreinigungen beseitigt und betroffene Komponenten getrocknet wurden, kann es im Extremfall sogar zum Brand im Heizungsraum kommen.

 

Heizungsfachbetrieb als Vermittler

Sollte sich ein Kunde mit Wasser- oder Überspannungsschaden direkt an seinen Heizungsfachbetrieb wenden, so gilt es stets zu beachten, dass dem Betrieb nur eine Vermittlerrolle zukommt. Was auch immer passiert ist, der erste Weg muss zur Versicherung führen. Gefälligkeitsgutachten zu erstellen ist kontraproduktiv, da eventuelle falsche Aussagen negative rechtliche Konsequenzen haben können. Im Falle von Blitzeinschlägen ist es für Versicherungen durchaus möglich, anhand von Wetterkarten im Nachhinein genau festzustellen, wo und zu welcher Zeit ein Blitz eingeschlagen hat. Erst nachdem Gutachter und Versicherung ihre Zustimmung erteilt haben, kann der Heizungsbauer die Schäden reparieren.

 

Vorsorgemaßnahmen und Austausch

Die von Viessmann hergestellten Regelungen entsprechen den gültigen Normen zur Störfestigkeit und sind selbstverständlich entsprechend geprüft. Und auch wenn auf den ersten Blick nur ein einzelnes Bauteil defekt zu sein scheint: Die Erfahrung zeigt, dass meistens noch weitere Komponenten vorgeschädigt sind. Deshalb empfiehlt Viessmann stets den kompletten Austausch der betroffenen Regelung.

Einige Vorsichtsmaßnahmen können und sollten wenn möglich trotzdem getroffen werden. Neben dem äußeren Schutz durch Blitzableiter, bieten sogenannte Blitzstromableiter einen inneren Schutz für die elektrischen Bauteile. Sie helfen sowohl gegen den direkten Einschlag, als auch gegen Überspannungen, die durch elektromagnetische Felder verursacht werden. Diesen Überspannungen kann zusätzlich ein Feinschutz in den einzelnen elektrischen Geräten vorbeugen. Bei einem willkürlich auftretenden und starken Naturereignis wie Blitzschlägen, kann ein hundertprozentiger Schutz natürlich nie erreicht werden. Selbst wenn vorsorglich alle drei der eben genannten Maßnahmen realisiert sind.

Jeder Wasser- oder Überspannungsschaden ist einzigartig und individuell zu beurteilen. Dieser Artikel kann und will daher nur eine erste Orientierung geben. Detaillierte Probleme können hier in der Community unseren Experten geschildert werden http://www.viessmann-community.com/t5/Experten-fragen/qa-p/Qatest. Diese werden dann die jeweilige Anfrage zügig und kompetent beantworten.

Abschließend gilt es zu beachten: Viessmann als Hersteller darf weder als Sachverständiger auftreten, noch vorliegende Gutachten bewerten. Technische Empfehlungen und Ratschläge zur korrekten Vorgehensweise erteilt das Unternehmen aber gern.

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