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Wenn der Heizkessel historisch wird: Welches neue Gerät soll ich nehmen?

von Viessmann ‎21-06-2016 8:36 - bearbeitet ‎21-06-2016 8:54 (10.439 Ansichten)

30 Jahre. So alt ist mein Vitola- biferral. Eine lange Zeit. Welches Auto überlebt schon die 15-Jahre-Grenze? Oder welchen Fernseher bzw. Computer haben wir mehr als 5 Jahre? Nicht dass der fast schon historische Ölkessel Anstalten machen würde das Zeitliche zu segnen. Aber man weiß ja nie. Von Effizienz oder der künftigen Verfügbarkeit von Erdöl ganz zu schweigen. Es scheint also an der Zeit sich über einen neuen Kessel Gedanken zu machen.

Was hat Zukunft? Was brauche ich wirklich? Was hat das richtige Verhältnis aus Effizienz, Leistung und Langlebigkeit? Lauter Fragen, die einen fast schon zu erdrücken scheinen, wenn man nicht versucht hier ein wenig Struktur hineinzubringen. Eine rein faktenbasierte Hilfestellung ist in jedem Fall der Gebäude-Energie-Spar-Check (http://start.check-energiesparen.de/).

Aber erst einmal schauen, was es so gibt und dann prüfen, welche Technologie für mich passen könnte.

 

Der Klassiker – Heizen mit Öl

Auch wenn mir schon in der Schule prophezeit wurde, dass es bald mit den weltweiten Ölvorräten zu Ende gehen würde: heizen mit Öl ist nach wie vor möglich. Mittlerweile zwar in Form eines modernen und effizienten Öl-Brennwert-Kessels, aber es bleibt der gleiche energiehaltige Saft, der bereits seit Jahrzehnten unseren Wohlstand nährt. Einen notwendigen Tank hätte ich hierfür auch schon.

 

Der Allrounder - Gas

Fossil und irgendwann zu Neige ist auch Gas. Aber hier reichen die Vorräte noch einige Jahre länger. Ein Gas-Brennwert-Kessel wäre also auch eine Überlegung wert. Zumal die neuen Geräte relativ kompakt sind und man keinen zusätzlichen Tank benötigt. Meinen dann freigewordenen Tank-Raum könnte ich so für Fitness nutzen.

Ausgereift ist die Technik außerdem. Verständlich, bei der Summe, die täglich verkauft wird: Um die 1000 Vitodens gehen bei Viessmann jeden Tag über den altbekannten Ladentisch.

Falls ich nun auf Gas setzen sollte, dann könnte ich mir zusätzlich ein KWK-Gerät installieren lassen. Kraft- Wärme-Kopplung heißt das Zauberwort. Und es verspricht pure Kraft. Denn über meinen Gasanschluss würde ein kleiner Stirlingmotor betrieben, der Strom produziert und dessen Abwärme zusätzlich als Heizenergie genutzt wird. Die Eierlegende-Woll-Milch-Sau scheint hier real zu werden.

Oder ich riskiere mit Vitovalor den Griff in die Zukunft und wähle die Brennstoffzellentechnologie. Aus Gas wird Wasserstoff gewonnen, der wiederum mit Sauerstoff reagiert und neben Wärme auch Energie produziert. In Japan sind bereits über 80.000 Brennstoffzellenmodule in Betrieb und vereinen das Nützliche mit dem Praktischen.

 

Die Nachwachsende - Biomasse

Was hätten wir denn noch? Passend zum Sprichwort mit dem Wald vor lauter Bäumen genau das Material, mit dem schon seit Jahrtausenden geheizt wird: Holz. Oder korrekt, Biomasse. Je nach gewünschtem Arbeitsaufwand könnte man Holzscheite verbrennen, Holzreste oder Pellets. Diese kleinen, gepressten, tierfutterähnlichen Holzröllchen. Nicht zu vergessen sind in dieser Liste natürlich auch die Hackschnitzel. Aus Holz. Keine Frikadellen. Nur dass beim Schlagwort Biomasse keine Missverständnisse aufkommen. Ein Raum für das Brennstofflager wäre auch vorhanden, wenn der alte Öltank auf den Schrott kommt.

 

Die Innovative – Wärmepumpe

Faszinierend ist auch die Idee, dass die Umgebungsluft des Hauses oder das Erdreich den Wohnraum erwärmt. Also quasi ein umgekehrter Kühlschrank für das ganze Gebäude. Völlig unabhängig von fossilen oder nachwachsenden Rohstoffen sind Luft und Erdwärme immer da. Die Wärmepumpe nutzt die vorhandene Wärme, verdichtet den Dampf eines Kältemittels und gibt die Energie ans Heizsystem ab.

 

Effizient und nachhaltig

Alles in allem will ich langfristig Energie sparen und dabei die globalen Ressourcen schonen; also effizient und nachhaltig heizen. Mal sehen, was der Gebäude-Energie-Spar-Check von Viessmann ausspuckt, wenn ich alle meine Daten zu Haus und Energieverbrauch eingegeben habe.

http://start.check-energiesparen.de/

 

Vom ersten Gefühl her denke ich aber, dass es auf Biomasse hinauslaufen wird. Der Platz für ein Pelletlager ist da und mit nachwachsenden Rohstoffen fahre ich langfristig sicher. Und vor allem fühle ich mich besser, etwas für die Umwelt zu tun. Muss ich nur noch prüfen lassen, ob nicht zu viel Luftfeuchtigkeit bei mir im Keller ist, die aus den Pellets einen großen Klumpen macht.

Ich selbst werde übrigens auch bald 30. Ein Grund mehr etwas zu ändern.

 

Viessmann_MS_04145.jpg

Kommentare
von Rainer Dippel
am ‎11-01-2017 9:27

"Die Innovative – Wärmepumpe

Faszinierend ist auch die Idee, dass die Umgebungsluft des Hauses oder das Erdreich den Wohnraum erwärmt. Also quasi ein umgekehrter Kühlschrank für das ganze Gebäude. Völlig unabhängig von fossilen oder nachwachsenden Rohstoffen sind Luft und Erdwärme immer da. Die Wärmepumpe nutzt die vorhandene Wärme, verdichtet den Dampf eines Kältemittels und gibt die Energie ans Heizsystem ab."

Die völlige Unabhängigkeit der Wärmepumpen-Technologie von fossilen Rohstoffen ist heute noch nicht ganz Realität. In Zeiten, in denen erneuerbarer Strom aus Wind und Sonne nicht ausreichend zur Verfügung steht, wird noch Uran und Kohle gebraucht, um den Strom zum Antrieb der Wärmepumpe zu erzeugen. Und ohne Strom kann auch die Umweltwärme aus Luft oder Erdreich nicht genutzt werden.

Eine gute Alternative diesbezüglich ist eine Hybrid-Wärmepumpe, die die Vorteile von Brennwertkesseln (immer verfügbar mit hohen Wirkungsgraden) mit denen der Wärmepumpe (grüne Nutzung von Umweltwärme, sofern erneuerbarer Strom zur Verfügung steht) kombiniert.

Rainer Dippel

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