Innovations Blog

Von Brennersteinen und Zauberwürfeln

von Viessmann am ‎30-10-2014 14:09 (33.728 Ansichten)

Sie tauchen in regelmäßioriginal.jpggen Abständen auf und führen zu vielen Rückfragen bei unseren Kunden: Kleine Helferlein, die die Gesetze der Heiztechnik auf den Kopf stellen und waaaahnsinnig viel Energie einsparen sollen. Da werden merkwürdig geformte Steine in den Brennraum des Heizkessels gestellt, um die "Flammen zu optimieren", es werden Flüssigkeiten in den Brennstoff gegeben, um den Heizwert zu beeinflussen oder Regler angeboten, die dem Heizkessel einfach nur Zwangspausen verordnen. Die Versprechen: Einsparung immer im höheren zweistelligen Prozentbereich. In aller Regel sind diese Zusatzgeräte überflüssig und ihr Effekt geht gegen Null.


Aktuell begegnen uns Zauberwürfel, deren Beurteilung etwas schwieriger ist. Diverse Anbieter von kleinen Haus-Automatisierungssystemen haben Funkthermostate im Programm, die man über das Internet auf- und zudrehen kann. Das kann, im Vergleich zu vielen anderen der oben angesprochenen Erfindungen, durchaus sinnvoll sein. Ich bin beispielsweise sehr viel unterwegs, manchmal für mehrere Tage. Da ist es praktisch, wenn ich ein paar Stunden vor meiner Heimkehr die Heizkörper per Handy wieder aufdrehen kann. Aber spare ich damit Energie ein? Natürlich nicht. Die Thermostate habe ich immer schon gedrosselt, wenn ich längere Zeiten außer Haus war. Mit der App kann ich sie früher, also vor meiner Ankunft, auf die gewünschte Temperatur einstellen. Das ist sehr komfortabel, aber genau genommen verbrauche ich jetzt etwas mehr Heizenergie als vorher.
Und generell ist der Effekt einer Absenkung der Raumtemperatur per Thermostat sehr unterschiedlich groß. Bei modernen Heizkesseln bemerkt die eigentliche Heizungsregelung den gesenkten Bedarf sehr schnell und reagiert mit entsprechend reduzierter Wärmeerzeugung. Die vielen Millionen "alten Gurken" im Heizkeller können das nicht, sie halten sich weiter schön warm und produzieren weiter Verluste. Vollgas mit angezogener Handbremse...


Zusammengefasst: Heizungs-App alleine genügt nicht. Wenn mit internetbasierten Hilfen eine (durchaus mögliche!) Einsparung erzielt werden soll, ist ein Gespräch mit dem Heizungsbauer immer sinnvoll. Er kann beurteilen, ob die gewählte Lösung auch den gewünschten Effekt bringt.      

Kommentare
von Mitglied HansMeier
am ‎02-12-2014 10:41

<b>Hallo</b>

 

Sehr guter Beitrag!

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