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Experteninterview Brennstoffzellenheizung „Strom und Wärme aus einer Brennstoffzelle sparen 40 Prozent der häuslichen Energiekosten“

von Community Manager ‎02-10-2015 14:48 - bearbeitet ‎02-10-2015 14:49 (26.747 Ansichten)

Markus Dönges.jpgBrennstoffzellen – in der Automobilindustrie sind sie mittlerweile ein fest verankerter Begriff, aber nicht nur da. Auch in der Heiztechnik findet diese innovative Technologie immer mehr Aufmerksamkeit. Wir wollten mehr Wissen und haben ein Gespräch mit Markus Dönges, Leiter Product Sales Management bei Viessmann und Spezialist für stromerzeugende Heizung geführt.

 

 

 

 

 

 

 

Herr Dönges, die Brennstoffzellenheizung ist eine neue Energieversorgungslösung für das Eigenheim. Worum handelt es sich dabei, was sind die zentralen Vorteile?
Brennstoffzellenheizgeräte sind stromerzeugende Heizungen für Privathäuser, die gleichzeitig Wärme und Elektrizität liefern. Das Gerät benötigt nur einen Erdgasanschluss und hat eine Aufstellfläche von einem halben Quadratmeter. Aus dem Erdgas wird Wasserstoff gewonnen, der sich in der Brennstoffzelle mit Sauerstoff zu Wasser verbindet, dabei entstehen Strom und Heizwärme. Die elektrische Leistung beträgt 750 Watt und die thermische Leistung 1kW. Damit lässt sich der Grundbedarf für ein neu gebautes Einfamilienhaus oder einen modernisierten Altbau decken. Sollte an besonders kalten Tagen mehr Wärme benötigt werden, dann verfügt das Brennstoffzellenheizgerät Vitovalor 300-P über ein integriertes Gas-Brennwertgerät, welches im Bedarfsfall zusätzliche 19 kW Leistung bereitstellt.

Brennstoffzellen funktionieren also mit Wasserstoff. Woher kommt dieser Wasserstoff und was passiert mit dem entstehenden Wasser?
In einer Vorstufe im Gerät wird aus Erdgas, welches zum großen Teil aus Kohlenwasserstoff besteht, reiner Wasserstoff gewonnen. Dabei wird immer nur so viel erzeugt, wie gerade für den Prozess in der Brennstoffzelle benötigt wird. Im Gegensatz zum Brennstoffzellen-Auto müssen wir bei der Brennstoffzellenheizung also keinen Wasserstoff speichern. Das Wasser, welches sich bildet, wenn sich der Wasserstoff in der Brennstoffzelle mit Sauerstoff aus der Umgebungsluft verbindet und dabei Strom und Wärme entstehen, erfüllt auch einen praktischen Nutzen im Kreislauf und wird gleich wieder verarbeitet: So wird es für die Abspaltung des Wasserstoffs aus dem Erdgas im ersten Teil des Prozesses benutzt ebenso wie für die Gasreinigung und zur Kühlung des Geräts. Nur ein kleiner Teil wird als Kondensat abgeführt.

Thema Wirtschaftlichkeit: Wieviel kann ich mit einer Brennstoffzellenheizung einsparen und gibt es Förderprogramme für die Anschaffung?
Ich möchte an dieser Stelle nur für unser System, die Vitovalor sprechen. Als erstes serienreifes Brennstoff-zellenheizgerät Deutschlands können damit etwa 40% der häuslichen Energiekosten eingespart werden. Diese Einsparung ist im Vergleich zur Stromversorgung über das öffentliche Netz und zur Wärmeerzeugung durch eine Gas- Brennwertheizung zu sehen. Mit einer stromerzeugenden Heizung ist man weitgehend unabhängig von den Preisentwicklungen auf dem Strommarkt. Zusätzlich lassen sich gegenüber der getrennten Erzeugung von Strom und Wärme die CO2-Emissionen um 50% senken. Aufgrund dieser hervorragenden Effizienz und Ökobilanz wird die Anschaffung eines Brennstoffzellenheizgeräts auf mehr-fache Weise von der öffentlichen Hand finanziell unterstützt. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bietet für Heizungssanierer einen Investitionszuschuss in Höhe von insgesamt 3.515 Euro (Basis- und Bonusförderung). Zudem existieren bereits zahlreiche regionale Förderprogramme für Neubau wie Sanierung. In der Kombination von unterschiedlichen Förderprogrammen lassen sich Gesamtfördersummen von bis zu rund 10.000 Euro erreichen. Bei einem Marktpreis von etwa 20.000 Euro für das Gerät kann also teilweise mehr als die Hälfte der Investition bezuschusst werden. Eine genaue Übersicht aller Förderoptionen und Downloads der Antragsformulare gibt es unter www.vitovalor.de.


Was geschieht mit der im Heizbetrieb miterzeugten Elektrizität, wenn der Strom gerade nicht benötigt wird?
Wenn man den selbst erzeugten Strom im Gebäude nutzt, kann man in einem normalen Einfamilienhaus bis zu 1.000 Euro Energiekosten pro Jahr sparen. Der Strom, der gerade nicht im Haus benötigt wird, wird in das öffentliche Netz eingespeist. Gesetzlich sichergestellt ist, dass die Bewohner für jede eingespeiste oder selbstverbrauchte Kilowattstunde eine Vergütung erhalten. Aktuell liegt die KWKG-Vergütung bei 5,41 Cent pro Kilowattstunde. Die Zähler für die Abrechnung der staatlichen Stromförderung und der Energiesteuerrückerstattung sind im Gerät bereits integriert.

Nachdem die Technologie so neu ist, wer kann einem die Brennstoffzelle installieren? Der ganz normale Heizungsinstallateur?
Das Gerät kann von jedem qualifizierten Fachhandwerker installiert werden. Sollte der örtliche Installateur Ihres Ver-trauens zum ersten Mal eine stromerzeugende Heizung montieren, bieten wir ihm auf Wunsch auch Unterstützung bei der Inbetriebnahme an. Generell gibt es bundesweit bereits über 150 ausgebildete und zertifizierte Fachbetriebe, welche man alle regional sortiert auf www.vitovalor.de findet.

Wie steht es um den Wartungsaufwand und die Garantie?
Das Gerät ist sehr wartungsarm, aber – wie jedes technische System – nicht komplett wartungsfrei. Neben der Brennstoffzelle ist ja auch ein Brennwertkessel integriert, der wie jede Heizungsanlage einmal pro Jahr gewartet werden sollte. Die Brennstoffzelle muss nur alle zwei Jahre gewartet werden. Wir haben unser Brennstoffzellenheizgerät für den deutschen Markt zusammen mit unserem japanischen Partner Panasonic entwickelt. Dort werden Brennstoffzellen seit einigen Jahren sehr erfolgreich in Privathaushalten eingesetzt – bislang über 100.000 mal, Tendenz rapide steigend. Die Technologie ist also praxiserprobt und stabil. Deshalb bieten wir unseren Kunden eine zehnjährige Funktions-und Leistungsgarantie an.

Entspricht die Brennstoffzelle auch künftigen Effizienzanforderungen an Einfamilienhäuser? Wie lange ist die Laufzeit einer Anlage bemessen?
Grundsätzlich erfüllen unsere Brennstoffzellenheizgeräte die EnEV-Vorgaben. Trotzdem muss für jedes Objekt aufgrund der unterschiedlichen Gebäudegegebenheiten wie z. B. Nutzfläche, Jahres-Heizwärmebedarf, System-temperaturen etc. eine eigene EnEV-Bewertung durch-geführt werden. Bei der neuen Ökodesign-Richtlinie wird die Vitovalor mit dem Produktlabel A++ bewertet. In puncto Lebensdauer unterscheidet sich die Vitovalor nicht von anderen Heizkesseln.

Kommentare
von Norbert V
am ‎18-11-2015 17:20

Sehr spannendes Blog mit interessanten Einblicken!

 

Schön zu sehen, dass diese fortschrittliche Technologie

auch bei der Heiztechnik zunehmend genutzt wird.

40% Einsparung bei den häuslichen Energiekosten sind auf jeden Fall eine Hausnummer,

gratuliere dazu erstmal.

 

Beste Grüße,

Norbert

von Meesch
am ‎11-02-2016 16:56

Hallo,

 

ein sehr interessanter Artikel.

Sie reden darin ja von Förderungen im Neubau. Ich möchte in unserem Neubau Vitovalor installieren lassen, aber leider finde ich dazu keine Förderung für den Neubau. Wir möchten unser Haus in Sachsen errichten.

Unser Heizungsinstallateur hat mir vor kurzen das Förderprogramm Ene.field angeboten. Hier ist jedoch eine Inbetriebnahme bis 30.06 2016 nötig. Dies können wir aber nicht schaffen.

Gibt es eventuell noch weitere Förderungen, oder kommen demnächst neue Programme.

Ohne Förderung ist das Gerät ja schon noch ziemlich teuer.

 

Grüße Sören Mösch

von Viessmann Kombi
am ‎31-05-2016 10:25

Yakıt tasarrufu açısıbdan oldukça iyi cihaz. Sanırım piyasanın en iyisi olacak. 

von Planika
am ‎01-07-2016 16:00

Es ist gut zu hören, dass Brennstoffzellen-Heizgeräten Markt Fortschritte macht. 40% der Energieeinsparung ist wirklich beeindruckend, aber gibt es irgendwelche Nachteile dieser Technologie? Sind die Kosten für die Installation durch die Einsparungen abgedeckt? Vielleicht die Wartung der Heizungsanlage verbraucht diese Einsparungen? Auf jeden Fall geweckt Sie meine Neugier, also werde ich mehr über diese Technologie erfahren.

von Leonard95
am ‎24-05-2018 10:53

Sehr hilfreicher Beitrag - liest sich wirklich sehr gut. Ich habe allerdings eine Frage: wie sieht es mit dem CO2 Austoss aus? Es ist zwar super, dass man inzwischen 40% Energieeinsparungen machen kann, aber bei der Produktion belastet man sicherlich die Umwelt oder? Wenn ich mir eine solche Heizung kaufe, dann habe ich auch nichts optisch davon. Dann könnte ich mir doch schon fast besser einen Kamin kaufen. Dann ists warm, ich tue etwas Gutes für die Umwelt - abgesehen von den Bäumen, die daran glauben müssen - und ich spare Geld. Ich erkenne den Unterschied noch nicht ganz - beziehungsweise die Vorteile. Vielleicht kann mir diesbezüglich jemand helfen.

von Viessmann
am ‎28-05-2018 10:50

Hallo Leonard95,

die CO² Belastung wird bei der Vitovalor im Vergleich zur herkömmlichen Gas-Brennwerttechnik um bis zu 50% reduziert. 

Beste Grüße °ro

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