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Verbrauch Vitocal 222-S Typ AWT-AC 221.A10 normal?

Hallo liebe Community,

ich lese seit einiger Zeit immer mal wieder hier im Forum mit, konnte aber so recht keine Antwort auf meine Frage finden. Also versuche ich es auf diesem wege mal. Nun zu uns und unserem Problem.

Wie beschrieben wird unser (2 Erwachsene und mittlerweile 2 Kinder) Haus (EFH mit ca. 200qm, davon ca. 150qm beheizt) durch die Vitocal 222-S beheizt.

Der Einzug erfolgte im Dezember 2017 und das erste Verbrauchsjahr beendete ich mit stolzen, rund 11400 kWh Stromverbrauch laut Abrechnung der E.on nur für den Betrieb der Heizung (Heizen und WW) und ohne Estrichtrocknung!

Ok erstes Jahr, neues Haus, erhöhter Verbrauch ok, wurde darauf auch vom Heizungsbauer vorgewarndt. aber so dermaßen hoch?

Zweites Jahr, deutlich weniger, aber immerhin rund 9400 kWh Verbrauch.

Das finde ich persönlich viel zu Hoch!

Führe nun seit KW 44 2019 Buch über die Energiebilanz der Anlage nachdem unser Heizungsmonteur die Einstellungen nochmal überarbeitet hat, dazwischen habe ich mich natürlich selbst auch daran versucht, aber so recht wollte das mit niedrigerem Verbrauch nicht klappen. Dazu kommt noch das die Zirkulationspumpe von anfang an auch macht was sie will, sprich übertrieben gesagt erst 5 Liter kaltes Wasser bis es endlich mal warm wird um duschen zu können. Da kann ich am Zeitprogramm verstellen was ich will. Aber zurück zum Verbrauch. Ich kann an meiner Heizung eine Energiebilanz aufrufen die unterteilt ist in Heizen und WW, mir aber lediglich die Wärmeenergie in kWh anzeigt und nicht die dafür nötige elektrische Energie. Ganz aktuell mal ein paar Werte der vergangen Woche, abgelesen jeweils am Sonntag um 0:00 Uhr um mit der Energiebilanz der Heizung einigermaßen gleich zu sein. Dabei kam ich auf einen Wochenverbrauch an Strom laut des Zählers von 240,1 kWh nur für Heizen und WW um dafür 723,1 kWh Wärmeenergie für das Heizen und 94,2 kWh für das WW zu bekommen. Ist das normal? Die ganze letzte Woche durch lag die AT zwischen 8°C (wärmste) und -5,8° (kälteste) im Schnitt also immer um die 0°C. Ich hoffe ich konnte fürs erste mal einen Einblich in meine Problematik geben und hoffe nun das Ihr mir dabei Weiterhelfen könnt. Danke!

10 ANTWORTEN 10

Hallo Moadl,

wie ist denn deine Anlage eingestellt? Am einfachsten wären erstmal Infos zur Warmwasser-Soll-Temperatur und deren Zeiten sowie die eingestellte Heizkennlinie des Heizbetriebes und den eingestellten Zeiten.

Zudem wäre noch gut zu wissen, wie die Anlage aufgebaut ist. Damit meine ich, ist ein Heizwasserpufferspeicher vorhanden, nur Fußbodenheizung, usw.

Viele Grüße °fl

Guten Morgen Herr Schneider,

danke erstmal für die schnelle Rückmeldung. Also zu Ihren Fragen:

Das ganze Haus wird nur über eine Fußbodenheizung beheizt!

WW-Soll-Temperatur: Normal 48° und Temp. 2 (wird nicht genutzt) 50°
Das Zeitprogramm hierfür:
Mo-Fr: von 04:00 - 06:00 Uhr und von 18:00 - 20:00 Uhr
Sa-So: von 04:00 - 06:00 Uhr und von 17:00 - 20:00 Uhr

Zeitprogramm Zirkulationspumpe:
Mo-Fr: 03:50 - 04:20 Uhr (wenn ich Frühschicht habe um warmes Wasser zu haben, klappt aber leider nicht!) auf AN
04:20 - 07:00 Uhr (da ist das Wasser dann schon warm nachdem ich etliche Liter verbraucht habe damit es Warm
wird) auf AKTIV 5/10
17:00 - 23:00 Uhr ( so lange deshalb damit ich in der Spätschicht gegen 22:45 Uhr warmes Wasser habe zum duschen,
klappt nicht immer ohne zuvor mindestens 1 Minute zu warten) auf AKTIV 5/10
Sa-So: AKTIV 5/10 von 07:00-10:00 Uhr und von 17:00 - 20:00 Uhr

Nun zu den Heizeinstellungen
Soll-Raumtemperatur: 20°C
Reduziert: 20°C
Heizkennlinie
Neigung 0,4
Niveau 0 K

Heizzeiten:
Mo-So: Normal von 06:00 - 21:40 Uhr bei 20°C
Reduziert von 21:40 - 6:00 Uhr ebenfalls bei 20°C (absenken macht laut Heizungsmonteur bei FBH nur bedingt Sinn)
Heizwasserpufferspeicher dürfte der Montierte Vitocell 100 sein.

Gruß Moadl





Danke für die Infos.

Was die Nachtabsenkung betrifft, empfehle ich ebenfalls, die Heizung durchlaufen zu lassen. Gerade bei einer Fußbodenheizung, welche sehr träge ist. Andernfalls sollte die Absenkung nicht zu groß sein und nur ein paar Kelvin betragen.

Die Heizkennlinie sieht schon ziemlich gut aus. Du kannst aber einmal testweise alle Raumregler der zu beheizenden Räume voll aufdrehen. Sollte es anschließend zu warm werden, kannst du noch weiter optimieren. Dafür haben wir Tipps unter dem nachfolgenden Link, wann wie angepasst werden sollte.

https://www.viessmann-community.com/t5/Innovations-Blog/Das-Viessmann-Heiztechniklexikon-H-wie-Heizk...

Bei der Warmwassserbereitung kannst du prüfen, ob du und deine Familie noch mit einer geringeren Temperatur als 48°C hinkommt. Jedes Grad spart dabei bares Geld. Sollte einmal der Wunsch bestehen, dass gebadet werden soll, kannst du dafür den zweiten Sollwert nutzen. Auf diesen wird nämlich aufgeheizt, wenn die Einmalwarmwasserbereitungsfunktion aktiviert wird.

Bei der Zirkulationspumpe empfehle ich einen Taktbetrieb. Hier solltest du aber vorab einmal die Pumpe prüfen lassen. So wie du es beschreibst, scheint diese gar nicht zu fördern.

Viele Grüße °fl

Vielen Dank für Ihre Tipps,

das werde ich ausprobieren!

Das heißt sozusagen falls die Räume viel zu warm werden bei aufgedrehtem Regler (dieser steht momentan fast in allen Räumen bei 4 von 6 Stufen) läuft meine Heizung mit einer höheren VL- Temperatur als sie eigentlich müsste? Verstehe ich das so richtig?

Gruß Moadl

Genauso ist es.

Viele Grüße °fl

Hallo Moadl,
hab dir jetzt drei Stunden lang einen Kommentar mit Tipps geschrieben und beim absenden gabs ‘ne Fehlermeldung *nerv*. Deshalb nun kurz und knapp.

Dein Verbrauch ist viel zu hoch. Im Neubau solltest du max. 3.500 kWh Strom für Heizung und WW benötigen. Wir sind bei 2.700 kWh (KW40_2018 bis 39_2019, 2 Erw. + 2 Kids 9J. und 4J, KfW55, 240 qm davon 160qm beheizt, Einzug April 2018, NAT (2017) -16°C, neu nach BWP Klimakarte -12,5°C).

Stell die Temperaturregler auf 6. Ausnahme ggf. Elternschlafzimmer falls ihr es dort gern kühler habt.

Deine Heizkennline mit Niveau 0 K und Neigung 0,4 dürfte zu steil sein. Wir hatten letzten Winter Niveau -2K und Neigung 0,4. Dieses Jahr haben wir Niveau 2 und Neigung 0,2.

@Flo_Schneider: Wie lautet die Formel zu eurer Heizkurvenberechnung? Leider kann man keine Zehntel Kelvin beim Niveau einstellen und angezeigt bekommt man sie auch nicht.

@Moadl: Deine Warmwasserzeiten sind vermutlich auch nicht optimal. Stell hier bitte mal ein wann ihr regelmäßig duscht. Dann kann ich dir einen Tipp für das Zeitprogramm geben. Grundsätzlich vermeiden solltest du, dass die WP Warmwasser macht während du duscht.

@Flo_Schneider: Wird der integrierte 170 Liter WW-Speicher vollständig auf die Soll-Temp erhitzt oder nur der obere Teil ggf. bis zu einem Temp.sensor?

@Moadl: Geh mal bitte ins Service-Menü (4 Sekunden lang gleichzeitig die Menü-Taste und OK-Taste drücken). Dann Diagnose -> Wärmepumpe und such nach Durchlauferh.. Mach bitte mal ein Foto von der Einstellung und den Werten und stell es hier ein. Gleiches gilt für Betriebsstd. Verdichter und Anzahl Einschaltung Verdichter. Dann mach bitte auch Fotos von den Daten unter Diagnose -> Energiebilanz.

Liefere bitte noch ein paar Infos:
Hast du dich mal mit der Codierebene 1 im Service Menü beschäftigt?
Hast du die Service Anleitung für die Fachkraft zu deiner WP vorliegen?
Welche PLZ habt ihr?
Lüftung per KWL oder Fenster?
Kamin im Einsatz?
PV-Anlage?
Kühlfunktion aktiviert?
Hausstandard (KfW40, 55 oder ENEV2016 Standard)
Massiv (Porenbeton, Ziegel, Sandstein usw.) oder Holzständerbauweise?

So reicht bin genervt, s.o.

VG Christian

Schaue regelmäßig rein.
P.S. Meine Daten aus der Energiebilanz für die KW 49/19 Heizen = 272,6 kWh Wärme bei 75,4 kWh Strombezug. WW = 36,0 kWh Wärme bei 13,5 kWh Strombezug. Bei uns war es kälter als bei euch.

Hallo HerrBärt,

was die Formel der Berechnung der Heizkennlinie betrifft, hatte mein Kollege Jo_Büntgens in dem verlinkten Beitrag einmal was zu geschrieben.

https://www.viessmann-community.com/t5/Experten-fragen/Mathematische-Formel-f%C3%BCr-Vorlauftemperat...

Wie der Speicher beladen wird, hängt davon ab wie die Schaltzeiten dafür eingestellt sind. Bei "Oben" wird nach dem Sensor im Speicher ein- und ausgeschaltet und bei "Normal" wird nach dem Sensor im Speicher ein- und nach dem Rücklaufsensor ausgeschaltet.

Viele Grüße °fl

Hallo HerrBärt,
es freut mich das Sie soviel Zeit in mein Problem investiert hätten! Ich sehe es ganz genauso wie Sie, das ist viel zuviel was diese Anlage an Strom frisst. Ich denke nämlich diese ganzen Einstellungen dienen mehr der Optimierung und mit optimieren grob gesagt 5000 kWh einsparen sehe ich da bis jetzt noch nicht!

- Der Elektrische Durchlauferhitzer ist soweit ich weiß komplett "deaktiviert", das war nämlich der erste Versuch unseres Monteurs den Verbrauch zu senken
- Zu den Unterlagen, ja die liegen mir alle vor und hab mich da auch schon etwas eingelesen aber verstellen möchte ich da so lange nichts ohne das ich genau weiß was ich da mache.
- Unsere PLZ ist die 94538
- KWL ist vorgesehen aber noch nicht installiert, also Lüftung per Fenster
- Kamin ist vorhanden an dem wir im offenen Wohnbereich einen 6 KW Schwedenofen betreiben
- PV- Anlage ist keine vorhanden, genauso wenig Solar für WW
- Kühlfunktion ist meines Wissens noch nicht "Aktiviert" (Aussage Heizungsmonteur: Ich weiß gar nicht ob Ihre Raumthermostate dafür ausgelegt sind! Da müssen sich doch Elektriker und Heizungsbauer miteinander abstimmen meine ich, woher soll ich als Laie in diesen Gewerken wissen das es da Unterschiede gibt?
- Haus habe ich nach keinem Standard gebaut. Die Ausführung ist allerdings Massiv mit 0,9er Blockziegel ohne Dämmfüllung. Außenputz fehlt leider noch, da ist allerdings auch kein Vollwärmeschutz geplant. Fenster sind 3-fach Verglast, da weiß ich aber auf Anhieb den Wert nicht mehr.
- Geduscht (hauptsächlich) / gebadet wird bei uns täglich abends irgendwo zwischen 17:00 und 20:00 Uhr.
Ausnahme ist hier wenn ich Spätschicht habe, dann dusche ich gegen 22:45 Uhr. Morgens wird eher selten geduscht.
- Die Betriebsstunden des Verdichters liegen bei über 8000h soweit ich das im Kopf habe, aber genaueres und die gewünschten Fotos reich ich nach.

Mir ist außerdem noch aufgefallen das die Temperatur nachdem ich die Regler ,wie von Herrn Schneider testweise empfohlen, voll aufgedreht habe ich in manchen Räumen lediglich in etwa auf das Niveau der 5. Stufe (knacken wenn ich den Regler in diesem Bereich bewege) gekommen bin und das bei leicht erhöhter Raumtemperatur. Das aufdrehen ist jetzt 2 Tage her, so träge kann die FBH ja gar nicht sein, dass der Fehler hier zu suchen wäre. Daraus schließe ich jetzt mal das die Heizung mit der so eingestellten Kennlinie diese Temperatur nicht erreichen kann. Oder kann es auch an den Einstellungen der FBH Verteiler liegen? Den hydraulischen Abgleich dazu habe ich mir nach Recherchen selbst erstellt und die einzelnen Regler dann so eingestellt. Die Grundeinstellung war nämlich in jedem Raum bei 0,5 liter pro Minute!



Hallo Moadl,

Ursache für deinen hohen Verbrauch ist m. M. n. nicht die Wärmepumpe oder ihre Einstellung, sondern dein Haus. Um genauer zu sein der Umstand das der Außenputz fehlt.
Beim Mauern einer Wand mit Plan- bzw. Blockziegeln, setzt man diese i.d.R. verzahnt und mit unvermörtelter Stoßfuge. Daher hat man zwischen zwei Ziegeln immer einen Spalt. Und in diesen Spalt dring halt kalte Außenluft ein, da er in deinem Fall nicht mit Außenputz verschlossen ist. Diese kalte Außenluft wird dann nur noch durch den Innenputz (Stärke i.d.R. 1,5 -2 cm) von der warmen Innenluft getrennt.

Hier mal eine grobe Rechnung, um dir aufzuzeigen wieviel Fläche deines Innenputzes direkten Kontakt mit der Außenluft hat.

Ein Ziegel ist rund 25 cm hoch. Wenn die Fuge nur 1 Millimeter breit ist, dann beträgt die Fläche dieser Fuge 2,5 cm². Für 1 m² Wand benötigt man 16 Ziegel. Das sind dann 12 Stoßfugen. 12 x 2,5 cm² = 30 cm². 30 cm² entsprechen in etwa einem Quadrat von 5,5 x 5,5 cm. Bei 2 x 2 m (4 m²) Wandfläche ergibt das ein Quadrat von 22 x 22 cm (484 cm²). Zum Vergleich die Stirnseiten eines Planziegels sind etwa 25 x 25 cm groß. Auf einer Fläche von 2 x 2 m ist das also grob gesagt ein Ziegel. Bei einer 10 m langen und 2,8 m hohen Wand sprechen wir von rund 5,5 Ziegeln. Und dass bei einer angenommenen Fugenbreite von 1 mm. Bei 3 mm Fugenbreite sind das 16,5 Ziegel, also knapp über 1 m² Wandfläche bei der die Außenluft nur durch den Innenputz von der warmen Innenluft getrennt ist.

Wenn euer Haus dann noch eine windige Lage hat, ist der Wärmebedarf des Hauses und der Strombedarf der WP entsprechend hoch.

Beim Vergleich unserer Energiebilanzen der KW 49/19 272,6 kWh zu 723,1 kWh sieht man auch, dass deine WP 2,6 (260%) mal mehr Wärme produzieren hat als meine WP. Zusätzlich habt ihr aber noch mit dem Kamin geheizt. Wäre dein Haus verputzt, sollte es aber maximal 20%-30% mehr Wärme benötigen. Du hast aus meiner Sicht ein Problem die produzierte Wärme im Haus zu behalten. Dass deine WP gar nicht so schlecht läuft sieht man auch an der Arbeitszahl. Für die KW49/19 kommst du auf eine Arbeitszahl (Wärme- / Strombedarf) von 3,4 (723,1 kWh Heizen + 94,2 kWh WW = 817,3 / 240,1 kWh = 3,4). 3,4 war in Anbetracht der Minusgrade in der KW kein so schlechter Wert. Bei uns (PLZ 7865x) war es etwas kälter und meine AZ lag bei 3,6. Allerdings ist meine WP überdimensioniert und hat einen 400l Heizungspuffer im Vorlauf was beides Effizienz kostet und die Arbeitszahl senkt
.
Verputzt dein Haus und du wirst sehen wie der Wärme- und Strombedarf sinkt. Falls nichts geht, probiere es hier oder im Suchbegriff „haustechnikdialog forum wärmepume“ wieder. Ein bisschen zusätzlich Dämmung könnte auch nicht schaden.

Solar für WW macht man bei einer WP normalerweise nicht. Hier ist eine PV Anlage sinnvoller; kann ich nur empfehlen. Wenn du eine planst, hol dir Tipps/Hilfe im Suchbegriff "photovoltaikforum".

VG Christian

Hallo HerrBärt,

das klingt für mich doch schon nach einer logischen Erklärung, da wird das nächste Projekt definitiv der Außenputz sein! Wenn ich das mit der AZ so sehe hab ich zumindest rein rechnerisch die Bestätigung das es nicht an der Heizung liegt, darüber bin ich schon mal froh! Welche Einstellzeiten könntest du mir den in Bezug auf meine WW aufbereitung geben? die Heizkurve habe ich bereits auf deine Werte angepasst und auch die Thermostate in den gewünschten Räumen aufgedreht wie beschrieben. Eine PV- Anlage in Verbindung mit einem Stromspeicher steht auch ganz oben auf meiner Wunschliste.

Viele Grüße Martin
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